Es gibt Menschen, die sehr intensiv träumen und sich am nächsten Tag auch daran erinnern, was sie geträumt haben, sodass sie das Geträumte auch noch weiter begleitet.

Ich träume natürlich auch – wie jeder Mensch – allerdings verliere ich meine Träume meistens an der Schwelle des Aufwachens. Und ehrlich gesagt bin ich im Großen und Ganzen auch froh drum, weil die wenigen Träume, an die ich mich aus meinem Leben bis heute erinnere, eher unschön waren.

Bei manchen Träumen ist ganz deutlich, dass ich das verarbeite, was mich den Tag über beschäftigt hat. Da lässt es sich dann durchaus schmunzeln, wenn man sich selbst im Draufgucken auf die Träume auf die Schliche kommt. Und dann wieder können Träume auch rätselhaft bleiben.

Aus der Gruppe derer, die aus anderen Ländern und Kulturkreisen eine Hinwendung zu Jesus Christus erleben, höre ich immer wieder, dass dort die Erscheinung Jesu im Traum eine Rolle gespielt hat. Angesichts der Tatsache, dass die Bibel voll ist von Kommunikation Gottes in Träumen wäre ich der Letzte, der das grundsätzlich in Frage stellen wollte – auch wenn ich selbst solche Formen göttlichen Redens in meinem Leben nicht kenne.

Am Ende müssen sich ohnehin auch unsere Träume an dem messen lassen, was Gott in seinem Wort zu erkennen gegeben hat. Wenn ich etwa träume, dass Gott mich dazu auffordert, meinem Nachbarn das Auto zu klauen, dann werde ich das nur schwerlich wirklich als »Gottes Willen« verkaufen können, so real dieser Traum auch gewesen sein mag.

Wie gut, dass für »Traumverlierer« wie mich Gott das, was er mir zu sagen hat, nachlesbar in seinem Wort hat aufschreiben lassen. Das ist mir zugänglicher, mit Blick auf mein eigenes Traumerleben irgendwie auch verlässlicher. Aber am Ende ist es vielleicht auch einfach ein Zeichen der individuellen Zuwendung Gottes, die nicht bei allen Menschen gleich geschieht, sondern eben von Person zu Person auch unterschiedlich sein kann – vielleicht auch je nach Begabung und Prägung.

»Wenn unter euch ein Prophet ist, dann will ich, der HERR, mich ihm kundmachen in Gesichten oder mit ihm reden in Träumen.« (4. Mose 12,6, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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