In den letzten Tagen war es in Deutschland an vielen Ecken des Landes tagsüber geradezu unerträglich heiß. Draußen sein konnte man eigentlich nur morgens und abends. Wer es sich einrichten und leisten konnte, blieb tagsüber möglichst in geschlossenen Räumen – bestenfalls sogar in einer klimatisierten Umgebung.

Ganz bewusst habe ich in diesen Tagen wahrgenommen, wenn es abends kühler wurde. Irgendwann kam der Moment,, an dem es sich wieder lohnte, Fenster und Türen zu öffnen. Dann rauszugehen, noch einmal für eine Weile im Garten zu sitzen und die Abendluft, die sich nun angenehmer daher anfühlte, zu genießen, das hatte dann schon was.

Eine der ersten Beschreibungen von Gottes Handeln zeichnet ein ganz ähnliches Bild von ihm: »Und sie [= Adam und Eva] hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war.« (1. Mose 3,8, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Was hier nach einem entspannten Tagesabschluss klingt, gehört allerdings in den Zusammenhang der größten Tragödie der Menschheitsgeschichte, als das anfänglich unbelastete Verhältnis zwischen Gott und Mensch zerbrochen ist. Adam, Eva und Gott treffen sich eben nicht noch mal gemütlich auf einen »Aperol Spritz«, sondern das folgende Gespräch gleicht eher dem zweier Parteien, die von nun an getrennte Wege gehen.

Es gibt aber auch eine andere biblische Szene, in der sich eine Gruppe von Menschen abends zum Gespräch und einer gemeinsamen Mahlzeit versammelt. Es ist kühler geworden. Und Gottes Sohn Jesus Christus, sitzt mit am Tisch, nimmt Brot und Wein, spricht Segensworte und teilt die Gaben aus: »zur Vergebung der Sünden«. Die Gemeinschaft, die damals in der Abendkühle zerbrochen war, entsteht nun an diesem anderen Abend wieder neu: Gott und Menschen an einem Tisch, weil er, Gottes Sohn, dieses zerbrochene Miteinander wieder hergestellt hat.

Christoph Barnbrock


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