Es gibt Wörter, die ich in besonderer Weise mag. »Erquicken« gehört dazu. Zu meinem aktiven Wortschatz gehört es nicht. Aber wenn ich mal wieder darauf stoße, freue ich mich.

Dabei kann ich gar nicht ganz genau sagen, was mich daran genau fasziniert. Ein Blick in ein Herkunftswörterbuch verrät mir, dass das Ganze mit dem früher gebräuchlichen Wort »quick« zusammenhängt, das heute zum Beispiel noch in »quicklebendig« vorkommt und auch mit dem Wort »keck« verwandt ist, das ich intuitiv auch erst einmal ausgesprochen sympathisch finde.

Heute würden wir wahrscheinlich für »erquicken« eher den Begriff »erfrischen« verwenden. Allerdings fehlt dem »Erfrischen«, auch wenn der sch-Laut zumindest etwas das Rauschen eines Baches imitiert, die knackige Frische, die im Wort »erquicken« steckt. Es ist wohl nicht zufällig, dass das Kakaopulver meiner Kindheit und Jugend, »Nesquik«, sich mit seinem Namen an das Wort »erquicken« angelehnt hat.

Irgendwie zeigt sich in diesem Wort reichlich Dynamik. Und es ist eine schöne Vorstellung, sich zu »erquicken« oder »erquickt« zu werden und so dann »quicklebendig« meine Wege zu gehen – womöglich sogar »keck« und fröhlich.

In der Bibel ist der bekannteste Vers, in dem das Wort »erquicken« vorkommt, sicherlich der sogenannte Heilandsruf Jesu: »Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.« (Matthäus 11,28, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Im Griechischen fehlt allerdings die schöne Kombination von »qu« und »ck«. Dafür begegnet hier der Wortstamm, der uns aus dem Wort »Pause« geläufig ist. Aber am Ende geht es ja auch nicht um Wortliebhabereien, sondern darum, dass Jesus uns liebevoll einlädt und uns umsorgt. Und ob er uns am Ende »erquickt« oder »Pause machen« lässt, ist dann am Ende eins. Mit ihm werde ich in jedem Fall »quicklebendig« sein.

Christoph Barnbrock


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