Es gibt kaum eine Buchsorte, die so beliebt ist, wie die der Kriminalromane. Dabei ist der Aufbau ja ziemlich vorhersehbar: Es gibt ein Verbrechen (oft ein Mord), und das Buch kreist dann darum, wie diese Tat aufgeklärt wird. Eigentlich immer ähnlich. Warum um alles in der Welt lesen dann aber so viele Menschen Krimis, wenn die Handlung so vorhersehbar ist?

Wahrscheinlich gibt es dafür viele Gründe. Einer besteht sicherlich darin, dass in einer Welt, in der das Böse zumindest zeitweise die Überhand zu haben scheint, am Ende doch das Gute siegt. Das wünschen sich Menschen – für die Welt im Großen und für ihr eigenes Leben.

Außerdem leben Krimis häufig davon, dass die Grenze zwischen den »Guten« und den »Bösen« so leicht gar nicht zu ziehen ist. Der, der eben noch ein Bösewicht zu sein schien, stellt sich am Ende als Opfer heraus. Und die Person, die vorbildhaft daherkam, hat dann doch reichlich Dreck am Stecken.

Ja, ein guter Krimi macht es sich mit der Frage nach »Gut« und »Böse« nicht so leicht, zeichnet noch die Kommissarinnen und Kommissare mit ihren Macken und bringt die Lesenden vielleicht sogar dazu, auch für Täter Verständnis aufzubringen. Manche der Verstrickungen, die jemanden zum Täter werden lassen, sind eben auch mir als Leser nicht fremd.

Vielleicht gibt es von daher kein Genre der Popularliteratur, das die Macht der Sünde und die Verstricktheit der Menschheit so anschaulich vor Augen stellt wie das der Kriminalromane. Es ist eben nicht so einfach Grenzen zwischen den »Guten« und den »Bösen« zu ziehen, sondern das Phänomen der Sünde, der Schuld und der Gebrochenheit des Lebens betrifft eben alle – auch wenn nicht gleich alle zu Mördern werden.

»Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen« (Römer 3,23, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft), schreibt der Apostel Paulus.

Was in den Krimis meistens nicht durchscheint, ist, dass diese Gebrochenheit menschlichem Lebens etwas mit dem gestörten Gottesverhältnis von uns Menschen zu tun hat, das nur durch Gott selbst, durch Jesus Christus, zurechtgebracht werden konnte. Das ist vielleicht nicht unbedingt Stoff für einen Krimi – aber das ist der Stoff, aus dem das am meisten verbreitete Buch überhaupt, die Bibel, besteht. Und dort siegt am Ende übrigens tatsächlich »das Gute«, nein »der Gute« – nämlich Jesus Christus über alles Böse.

Christoph Barnbrock


Entdecke mehr von Team Gott

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner