Vielleicht gehört das Hoffenkönnen zu dem Kostbarsten, was wir Menschen im Leben haben. Deutlich wird das in Situationen, in denen wir das Gegenteil hören: »Nein, es gibt keine Hoffnung mehr!« Oder: »Er oder sie ist ein hoffnungsloser Fall.«
Im Gedanken der Hoffnung schwingt mit, dass die Dinge nicht festgelegt sind, nicht so bleiben müssen, wie sie sind, sondern dass sich noch etwas zum Guten wenden kann, was jetzt noch notvoll und bedrängend daherkommt.
Dabei ist Hoffnung mehr als das, was wir oft meinen, wenn wir das Wort »hoffentlich« verwenden. Etwa, wenn wir sagen: »Hoffentlich kommt heute mal die Bahn pünktlich.« Dann markiert das »hoffentlich« ja mehr unsere Skepsis als unser Vertrauen darauf, dass in der Zukunft etwas gut wird, was jetzt nicht gut ist.
In der Bibel werden die Wörter »Hoffnung« und »hoffen« häufig nicht isoliert verwendet, sondern immer wieder mit Gott verbunden und auf ihn bezogen, zum Beispiel so:
»Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?« (Psalm 56,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Hoffnung ist hier also nicht bloß ein optimistische Grundhaltung im Leben, nicht eine vage Vermutung, dass irgendwie noch alles gutgehen wird im Leben. Sondern Hoffnung und Vertrauen rücken ganz nah zusammen. »Auf Gott hoffen« und »auf Gott vertrauen«, das klingt dann ganz ähnlich. Und weiter lässt sich sagen: Wer auf Gott vertraut, hat Grund zur Hoffnung in seinem Leben, wie dunkel es auch immer aussehen mag. Denn er schreibt mich nicht ab, lässt mich nicht fallen, hält mir mein Versagen nicht vor, sondern vergibt es – um Christi willen.
Darum: Vieles mag ich sein oder werden. Mit manchen Schwierigkeiten und Herausforderungen werde ich immer wieder kämpfen müssen. Aber mit Gott bin ich nie ein hoffnungsloser Fall.
Christoph Barnbrock
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