Menschen, die es mit Einschränkungen zu tun haben, haben es bis heute in manchen Lebensbereichen schwer – und das, obwohl in unserem Land viel getan wird, um Menschen mit Einschränkungen Mobilität und Anteilhabe zu ermöglichen. Aber was hilft dem Rollstuhlfahrer der Aufzug am Bahnhof, wenn er nicht funktioniert? Und eine Baustelle auf einem Gehweg kann für jemanden, der auf einen Rollator angewiesen ist, schon zu einer großen Herausforderung werden.
Manch vermeintlich kleines Hindernis ist so dann nicht bloß »ärgerlich«, sondern verstellt komplett Pläne und Möglichkeiten. Das Leben wird blockiert – und frustrierend ist es, wenn sich der Eindruck einstellt, dass es die anderen eigentlich gar nicht interessiert: wenn etwa der Fahrstuhl trotz mehrfachen Hinweises an die zuständige Stelle für längere Zeit einfach nicht repariert wird.
Dann gesellt sich zu dem Frust, den das Hindernis als solches darstellt, noch das Gefühl, eigentlich gar nicht beachtet zu werden. Das eigene Erleben und Ergehen scheint in den Augen anderer keine Rolle zu spielen: »Sieht das denn keiner, wie es mir geht?«
Nun liegen die Einschränkungen, mit denen wir es zu tun haben, in unterschiedlichen Bereichen. Nicht jede oder jeder hat es mit Mobilitätsproblemen zu tun. Für jemand anderes ist es vielleicht die Scheu, zum Telefonhörer zu greifen, um ein Problem zu lösen. Wieder jemand anderes tut sich schwer, Texte im Behördendeutsch zu lesen, sodass die entsprechenden Briefe einfach ungeöffnet auf einem Stapel landen.
Von Jesu Wundern bis zu den Worten der Propheten ist in der Bibel immer wieder die Rede davon, dass Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen – welcher Art auch immer: physisch oder psychisch – von Gott nicht abgeschrieben sind, sondern ganz im Gegenteil Gott sich als Helfer an ihre Seite stellt, er für sie da ist und sie in ihrem Leben mit allen Herausforderungen unterstützend begleitet.
»Siehe, zur selben Zeit will ich mit allen denen ein Ende machen, die dich bedrängen, und will den Hinkenden helfen und die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet.« (Zefanja 3,19, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Unabhängig davon, welche Einschränkungen wir in unserem eigenen Leben wahrnehmen, dürfen wir dessen gewiss sein, dass Gott auch uns in unserem »Hinken« hilft und er Kraft schenkt und manchmal auch Heilung und Neuanfänge schafft. Auch dafür stehen die Wunder Jesu, dass diejenigen, die mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, ihm nicht egal sind, sondern er ihnen mit heilvoller Liebe begegnet – ihnen und uns. Und manchmal geschieht Gottes Hilfe an uns eben auch so, dass er uns durch andere Menschen hilft oder wir zu seinen Werkzeugen der Hilfe für andere werden.
Christoph Barnbrock
Entdecke mehr von Team Gott
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
