Es gibt verschiedene Arten von Müdigkeit. Da gibt es die Müdigkeit, die ich empfinde, wenn ich nach einem wunderbaren Fest ins Bett falle, glücklich über das, was war, aber jetzt auch geschafft. Wie schön, nun mit lauter erfüllten Gedanken einschlafen zu dürfen!

Dann gibt es die alberne Müdigkeit. »Nach müd kommt blöd« sagten wir in Studienzeiten, wenn die Müdigkeit dazu führte, dass wir uns gar nicht mehr einkriegen konnten vor Lachen.

Und dann gibt es aber auch eine bleierne Müdigkeit, die etwas von einer grundsätzlichen Kraftlosigkeit hat, manchmal schon morgens nach dem Aufstehen da ist und den ganzen Tag nicht weggeht.

In dem folgenden bekannten Kindergebet am Abend haben alle Formen der Müdigkeit ihren Platz: »Müde bin ich, geh zur Ruh / schließe meine Augen zu. / Vater, lass die Augen dein / über meinem Bette sein.«

In der Bibel gibt es eine Geschichte, in der König David vor seinem Sohn Absalom flieht und im Ostjordanland freundliche Aufnahme findet:

»Als David nach Mahanajim gekommen war, da brachten [sie] Betten, Becken, irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, geröstete Körner, Bohnen, Linsen, Honig, Butter, Schafe und Käse zu David und zum Volk, das bei ihm war zum Essen. Denn sie dachten: Das Volk wird hungrig, müde und durstig geworden sein in der Wüste.« (2. Samuel 17,27–29, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, auf der Flucht, müde und kaputt zu sein, und dann so verwöhnt zu werden! Und vielleicht war dieses Erlebnis ja auch Anlass für das Psalmwort: »Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.« (Psalm 23,5).

Gut ist es jedenfalls, mit allen Formen unserer Müdigkeit zu Gott kommen zu können und bei ihm Schutz und Versorgung zu finden.

Christoph Barnbrock


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