Zu den besonderen Erfahrungen gehört es, wenn man in den Bergen sein eigenes Echo hört. Es ist einerseits merkwürdig, seine Stimme so vervielfältigt zu hören, andererseits ist es auch ein fast überwältigendes Erlebnis, dass die eigene Stimme so weit trägt.

Umso beklemmender kann es im Alltag sein, wenn man das Gefühl hat, dass das, was man sagt, oder das, was man tut, so gar kein Echo, überhaupt keine Wirkung hervorruft.

Da kannst du tun und machen, reden und Himmel und Erde in Bewegung setzten – oder eben auch nicht: das Ergebnis ist und bleibt dasselbe.

Das kann müde machen, desillusionieren, einen Menschen zum Aufgeben bringen: Was soll das alles noch? Es hat ja ohnehin keinen Wert.

Zur biblischen Rede von Gott gehört auch, dass sie das Miteinander von Gott und Menschen immer wieder auch in Bilder und Worte menschlicher Erfahrung kleidet – etwa auch das Erleben, dass eigene Worte nichts ausrichten können:

Gott spricht: »ich redete, und ihr habt nicht gehört, sondern tatet, was mir nicht gefiel, und erwähltet, wonach ich kein Verlangen hatte.« (Jesaja 65,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Aber anders als wir Menschen hat Gott nach Erfahrungen wie diesen nicht einfach aufgegeben, sich nicht vor Enttäuschung abgewandt. Sondern ganz im Gegenteil: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um bei denen zu sein und die zu erlösen, die von sich aus Gottes Ruf nicht hören konnten. Gott selbst ist es, der dafür sorgt, dass seine Worte in unserem Leben als Echo weiterklingen.

Christoph Barnbrock


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