Das Leben vieler Menschen wird über Kalender organisiert. Termine finden hier ihren Platz, damit sie auch ja nicht in Vergessenheit geraten. Dabei gibt es – grob gesagt – zwei verschiedene Sorten von Terminen. Solche, die einmalig sind, und andere, die immer wiederkehren.
Zu den wiederkehrenden Terminen gehören Geburtstage, Tauftage, Hochzeitstage und andere Jubiläen, Sitzungen bei der Arbeit, feste Termine in der Schule oder im Studium. Und so prägen die festen Termine gewissermaßen das Gesicht unserer Alltagswochen, während die einmaligen Termine so etwas sind wie die Sahne auf der Torte – etwas, was sich vom Alltag abhebt.
So ähnlich erlebe ich es immer wieder auch einmal beim Beten. Da gibt es Anliegen, die mich schon lange Zeit begleiten und wiederkehren: Die Gebete für die Familie, für Patenkinder, für bestimmte Menschen, die es schon ganz schön lange schwer haben. Und dann gibt es Anliegen, die sich immer wieder auch aus dem Aktuellen ergeben. Etwas, das jetzt gerade war oder ist, und einlädt zu Fürbitte oder Dank, zu Klage oder Gotteslob.
Ich finde das Bild vom Kalender und den wiederkehrenden und den besonderen Terminen auch ganz hilfreich für die »Organisation« des Gebetslebens. Die wiederkehrenden Gebetsanliegen können so etwas wie die fixe Struktur sein, die das Gebet tragen. Und die besonderen, aktuellen Anliegen können dazu helfen, dass das Gebet sich nicht in Ritualität verliert, sondern es auch auf das reagiert, was gerade so geschieht.
Es gibt eine kirchliche Tradition, die tatsächlich auch den Wochentagen bestimmte Gebetsanliegen zuweist. Da kann am Montag die Schöpfung, die Arbeit und die Verantwortung für die Welt in den Blick geraten, dienstags die weltweite Kirche, am Mittwoch das Wort Gottes und die Diakonie, am Donnerstag das Heilige Abendmahl und das tägliche Brot, am Freitag das Leiden und Sterben Jesu und die eigene Schuld, am Samstag das Lebensende und das ewige Leben und am Sonntag das Lob Gottes. Selbstverständlich lassen sich den Tagen auch andere Anliegen zuordnen. Das ist nicht festgelegt. Aber vielleicht hilft es dem einen oder der anderen ja, den Gebeten der einzelnen Tage besondere Themen zuzuweisen, um so ganz Unterschiedliches im Blick zu behalten und sich nicht im immer Gleichen zu verlieren. Und wenn es dann noch etwas gibt, was uns gerade auf dem Herzen liegt – na klar, dann hat das sowieso an jedem Tag seinen Platz.
Der Apostel Paulus schreibt: »Brüder und Schwestern, betet auch für uns.« (1. Thessalonicher 5,25, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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