Am vergangenen Sonntag war ich schon früh morgens zu einer Tagung in einer anderen Ecke von Deutschland unterwegs. Wenn ich am Sonntagmorgen schon keinen Gottesdienst mitfeiern kann, versuche ich, zumindest auf andere Weise den Sonntag und die besondere Ausrichtung auf Gott vorkommen zu lassen.
So startete ich zunächst mit einer Bachkantate. Danach, stellte ich fest, hatte mein Streamingmusikanbieter bereits eine Playlist für den Sonntagmorgen mit allerlei geistlichem Liedgut aus unterschiedlichen Epochen für mich zusammengestellt. Wie schön! Ich nutzte diese Gelegenheit und hörte einigen bekannten und manchen mir bislang auch nicht vertrauten Liedern christlicher Prägung zu.
Etwas überrascht war ich allerdings, als plötzlich »You’ll never walk alone« unter diesen Liedern abgespielt wurde:
Das Lied kannte ich bisher nur als Fußballhymne, die nicht zuletzt für die Anhänger des FC Liverpool von großer Bedeutung ist. Dabei hat das Lied eigentlich mit Fußball gar nichts zu tun, sondern stammt aus einem Broadway-Musical.
Ein Song aus einem Musical, eine Fußballhymne – was machte dieses Lied nun plötzlich inmitten der christlichen Lieder, die mir für den Sonntagvormittag zusammengestellt worden waren? Wer weiß, vielleicht kennt mich der Algorithmus meiner Streamingsoftware inzwischen so gut, dass er weiß, dass es mir Freude macht, religiöse Motive auch in Popsongs zu entdecken. Und natürlich ist das auch in diesem Song recht einfach möglich.
»When you walk through a storm / Hold your head up high / And don’t be afraid of the dark […] Walk on, walk on / With hope in your heart / And you’ll never walk alone« (»Wenn du durch einen Sturm ziehst / Behalte den Kopf oben / Und fürchte dich nicht vor der Dunkelheit […] Geh weiter, geh weiter / Mit Hoffnung in deinem Herzen / Und du wirst nie allein unterwegs sein«).
Bei diesem Motiv ist der Weg zu einem der bekanntesten Bibelworte nicht weit: »Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.« (Psalm 23,4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Es ist wichtig, dass wir – gerade in dunklen Zeiten des Lebens – das immer wieder hören, dass wir auch »im finstern Tal« nicht verlassen sind, sondern Gott mit uns durch die Stürme unseres Lebens geht und uns zusagt: »You’ll never walk alone«. Jesus Christus hat die tiefste Finsternis unseres Leben mit uns geteilt und durch seinen Tod und seine Auferstehung in unsere Dunkelheiten sein Licht scheinen lassen. Im Stadion singen es die Fußballfans miteinander uns sich untereinander zu. Ein gutes Vorbild auch für Christenmenschen, uns dessen auch untereinander immer wieder zu vergewissern.
Christoph Barnbrock
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