Ich bin ein Sonnenfreund. Dabei muss es für mich nicht unbedingt besonders heiß sein. Aber Sonne ist mir allemal lieber als ein Einheitsgrau am Himmel. Und Sommerwärme ist mir auch deutlich lieber als die Kälte im Winter.
Dabei fasziniert mich, dass die Sonne das Leben hier auf der Erde bestimmt und ermöglicht, obwohl sie für mich unvorstellbar weit weg ist. Würde ich mir die Strecke zur Sonne als Autobahn denken, müsste ich rund 131 Jahre ohne Pause mit 130 km/h fahren, um dort anzukommen. Verrückt!
Es ist kein Wunder, dass die Sonne in der Antike immer wieder als Gottheit verehrt worden ist. Und andersherum ist die Sonne immer wieder auch als Veranschaulichung dafür verwendet worden, wer und wie der Gott der Bibel ist. So kann etwa Paul Gerhardt dichten: »Die Sonne, die mir lachet, / ist mein Herr Jesus Christ; / das was mich singen machet, / ist, was im Himmel ist.« (ELKG² 529,13 | EG 351,13)
Und tatsächlich gibt es ja auch manche Parallelen – so zum Beispiel, dass Gott, den wir so wenig anfassen können, wie wir die Sonne anfassen können, trotzdem derjenige ist, der uns das Leben schenkt und erhält, der Licht ins Leben bringt und auch die Seele hell macht.
So bedient sich die Bibel eben auch solcher Bilder, die an die Sonne erinnern lassen, wenn sie von Gott sprechen, etwa so: »Sein [= Gottes] Glanz ist wie Licht; Strahlen gehen aus von seinen Händen. Darin ist verborgen seine Macht.« (Habakuk 3,4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Wenn es mir im Sommer allzu heiß wird, kann es schon mal passieren, dass ich mir einen kalten Wintertag herbeisehne – vielleicht bei bedecktem Wetter, bei dem man sich am Ende vielleicht sogar ein Feuer am Kamin wünscht. Bei Gott ist das allerdings nicht der Fall. Da bleibt es dauerhaft so, dass ich ein Sonnenfreund bin und bleiben möchte- ein Freund der Sonne, die mir lacht, die mein Herr Jesus Christus ist. Und noch besser ist, dass er mein »Freund« ist und bleibt.
Christoph Barnbrock
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