Zu den besonders beeindruckenden Orten, an die man in dieser Welt reisen kann, gehört definitiv das Tote Meer. Es ist der See, dessen Oberfläche am weitesten unter dem Meeresspiegel, also Normal-Null liegt. Und sein Salzgehalt ist rund 10x so hoch wie beim Mittelmeer in der Nachbarschaft.
Heute ist das Tote Meer als Wellnessoase beliebt. Für viele Touristen ist dort nicht zuletzt ein Foto Pflicht, das einen mit Zeitung in der Hand beim Baden zeigt. Schon verrückt!
Auch wenn das Treiben rund ums Tote Meer heute eher von Freizeitvibes und Entspannung geprägt ist, kann dies doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Tote Meer ein lebensfeindlicher Ort ist. Entsprechend wird empfohlen, nicht länger als 15 bis 20 Minuten im Wasser zu bleiben – nicht zuletzt auch deswegen, weil der Salzgehalt des Wassers die Haut austrocknet. Kleine Verletzungen brennen ausgesprochen schmerzhaft. Und Fische haben in diesem Gewässer keine Überlebenschance.
Nun ist das Tote Meer allerdings eine bedrohte Touristenattraktion, weil der Wasserspiegel jedes Jahr um rund einen Meter sinkt. Ganz austrocknen wird das Tote Meer wohl nicht, aber irgendwann wird es wohl eher eine dickflüssige Suppe darstellen als einen Binnensee, der zum Baden einlädt.
Mit Augenzwinkern ließe sich außerdem sagen, dass das Tote Meer noch aus einem anderen Grund »bedroht« ist. Denn der Prophet Hesekiel beschreibt in einer seiner Visionen, wie von einem neuen Tempel ein Wasserstrom ausgeht, der die trockene Landschaft um Jerusalem herum belebt und auch das Tote Meer zu einem »Lebendigen Meer« machen wird:
»Dies Wasser fließt hinaus in das östliche Gebiet und weiter hinab zum Jordantal und mündet ins Tote Meer. Und wenn es ins Meer fließt, soll dessen Wasser gesund werden, und alles, was darin lebt und webt, wohin der Strom kommt, das soll leben. Und es soll sehr viele Fische dort geben, wenn dieses Wasser dorthin kommt; und alles soll gesund werden und leben, wohin dieser Strom kommt.« (Hesekiel 47,8f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Was für ein starkes österliches Bild, dass ein lebensfeindlicher Ort plötzlich zum Lebensraum wird! Eine tröstliche Hoffnung, dass Gott vor allem mit und seit der Auferstehung Jesu da neues Leben schafft, wo wir nur Tod entdecken können. Er ist der neue Tempel, von dem aus das lebensspendende Wasser fließt.
Kleiner Funfact am Rande: Nun hat der Salzgehalt des Toten Meers ja durchaus auch etwas Gutes. Für die Menschen damals war das Tote Meer zum Beispiel eine wichtige Quelle zum Gewinnen von Salz, das nicht nur als Gewürz, sondern auch zum Konservieren wichtig war. Bedeutete die Vision des Hesekiel also, dass das alles verloren ging? Selbst daran ist in der neuen Heilszeit gedacht:
»Aber die Teiche und Lachen daneben werden nicht gesund werden, sondern man soll daraus Salz gewinnen.« (Hesekiel 47,11).
So gehen die große Heilsperspektive und die praktische Fürsorge für das Jetzt und Hier in diesen Bibelworten Hand in Hand.
Christoph Barnbrock
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