Zu den komplexeren Herausforderungen der Gegenwart gehört die Vergabe von und das Umgehen mit Passwörtern. Wir kennen die Vorgaben. Es darf nicht zu kurz sein, soll Groß- und Kleinschreibung enthalten, gerne auch Sonderzeichen. Passwörter sollen sich nach Möglichkeit nicht wiederholen. So ganz ideal ist Aufschreiben eigentlich auch nicht.

Ja, wie denn? – Wie soll ich mir Dutzende von komplexen Passwörtern merken und dann auch noch wissen, welches Passwort für welchen Zweck ist? Es ist ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen. Passwortmanager erleichtern inzwischen das Ganze. Allerdings stellt sich auch an dieser Stelle die Sicherheitsfrage. Irgendwie ist es komplex – und auch unerfreulich. Und gleichzeitig geht wohl (noch?) kein Weg an Passwörtern vorbei – zumindest als ein Mittel, um nachzuweisen, dass ich tatsächlich berechtigt bin, Zugang zu einem bestimmten Bereich zu erhalten.

Die Theologie hat sich in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden ebenfalls zu einem komplexen Phänomen entwickelt – und auch das wahrscheinlich unausweichlich. Die Rede von Gott will immer wieder vor alten und neuen Herausforderungen verantwortet werden. Und so sind Kilometer an Bücherregalplatz mit Überlegungen und Gedanken gefüllt worden. Und manch einer könnte auf die Idee kommen, dass die ganze Geschichte unglaublich komplex ist – womöglich zu kompliziert für die »Normalchristen«.

An der Stelle empfinde ich diese Kurzzusammenfassung des Apostels Paulus als unglaublich hilfreich und tröstlich:

»Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.« (Römer 10,9, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Das ist nun tatsächlich einfacher als jede Anleitung zur Erstellung eines Passworts. »JesusistHerr« als Universalpasswort unseres Christenlebens. Das Bekenntnis, dass er Herr der Welt und auch meines Lebens ist und auch das im Griff hat, was mir immer wieder aus den Händen zu gleiten droht. Und auf der anderen Seite das fröhliche Gottvertrauen, dass Gott ihn tatsächlich von den Toten auferweckt hat und damit der Tod besiegt ist. Darauf kommt es im Kern an – auf nichts sonst. Wie schön, wenn es auch mal einfach und nicht immer nur kompliziert geht!

Christoph Barnbrock


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