Während einer Tagung bekam ich neulich eine Aufgabe, mich mit einem Bibeltext auseinanderzusetzen, nämlich: »Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen.« (Jesaja 26,9, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Zu diesem Bibeltext gab es dann noch einen Impuls, einen Arbeitsauftrag. Und während ich mit so etwas wie drei Leitfragen rechnete, die ich nacheinander hätte abarbeiten können, waren es nur zwei Worte: »Und dann?« Mich überraschte das, irritierte das. Wie, »und dann«?
Aber je länger ich über diesen kurzen Impuls nachdachte, desto wertvoller wurde er mir. »Und dann?« Diese kurze Frage brachte mich dazu, über Konsequenzen nachzudenken, über Zukünftiges, über das, was werden kann und werden wird. Wie sieht der Tag aus, an dem mir nachts nach Gott verlangt und ich morgens nach ihm suche?
Finde ich ihn? Wie finde ich ihn? Wo finde ich ihn? – Und wie sieht der Tag aus, der aus dem Verlangen und Suchen nach Gott erwächst?
Mir ist dabei die Zusage wichtig geworden, dass Gott sich nicht nur suchen, sondern eben auch finden lässt, wie Jesus es sagt: »Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.« (Matthäus 7,8).
Ein Tag, in den ich nach einer Nacht voller Suchen und Verlangen nach Gott gehe, wird ein Tag sein, an dem ich nicht alleine bleibe, meine Hände nicht ins Leere greifen und meine Wege nicht vor verschlossenen Türen enden.
»Und dann?« – Zwei Worte, die mich ins Nachdenken gebracht haben und manches gedanklich in Bewegung gebracht haben.
Christoph Barnbrock
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