Die Beziehung zu den Eltern gehört zu den ganz elementaren Bindungen und Verbindungen eines jeden Menschen – unabhängig davon, ob das Verhältnis gut oder belastet oder scheinbar gar nicht vorhanden ist. Es ist so einfach wie grundlegend: Ohne unsere Eltern würden wir nicht leben. Wir tragen ihre Gene in uns. Und auch das, was sie und ihre Vorfahren erlebt haben, wirkt oft noch über Generationen weiter.

Im Miteinander mit unseren Eltern erfahren wir, was Liebe, Geborgenheit oder Urvertrauen sein kann – oder Menschen vermissen es ihr Leben lang, weil sie genau das hier nicht gelernt haben. Als Kinder lernen wir durch das Handeln der Eltern einzuschätzen, wie wir Freiheit gestalten können und wo uns Grenzen gesetzt sind. Und in der Pubertät und im Erwachsenwerden haben Eltern die wichtige Funktion des Gegenübers, an dem ein Mensch sich abarbeiten kann, um dann auch eigene Wege zu gehen.

Nun sind die Beziehungen zu Eltern von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Die einen haben den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen, andere pflegen liebevoll-freundschaftliche Beziehungen zu ihren Eltern. Und bei nicht wenigen verändert sich das Verhältnis zu den eigenen Eltern im Lauf der Jahre. Als Grundschüler ist das Verhältnis zu den Eltern ein anderes als als Jugendlicher oder Junger Erwachsener. Wenn jemand eigene Kinder hat, nimmt er oder sie das Verhalten der eigenen Eltern oft auch noch einmal mit anderen (verständnisvolleren und dankbareren) Augen wahr. Und wenn die eigenen Eltern alt und hilfsbedürftig werden, verändert sich das Miteinander nicht selten erneut.

Dabei kann das Verhältnis von Eltern und Kinder auch ein besonders zerbrechliches sein, weil wechselseitige Schuld auch Verletzungen mit sich bringen kann, die das Leben prägen. Gerade deswegen stellt Gott diese Beziehung unter seinen besonderen Schutz: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.« (2. Mose 20,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). Als einziges der 10 Gebote ist es zudem noch mit einer Verheißung versehen. Mit anderen Worten: In der Familie liebevoll, respektvoll und in gegenseitiger Fürsorge miteinander umzugehen, das lohnt sich. Und mit allem, was dann auch immer wieder nicht gelingt, können Eltern wie Kinder dann zu einem anderen Vater, dem Vater im Himmel, kommen, um von ihm Vergebung zu empfangen. Wie gut!

Christoph Barnbrock


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