Vor ein paar Tagen habe ich meinen Freund Christian in Homberg/Efze besucht. Mittags haben wir – wie immer, wenn wir uns treffen – Pizza gegessen. Vor der Pizzeria fiel mir dieser Denker auf, wie ich ihn nenne – ohne zu ahnen, was es mit diesem Denk-Mal auf sich hat. Ich hatte auch gar kein Interesse, das weiter zu erkunden. Mir gefällt der Denker so, wie er da steht. Darum nahm ich ihn als Bild und in Gedanken mit.

Wie dankbar bin ich für das Vermögen zu denken und für all die großen und kleinen Denker, die mir mit ihren klugen Gedanken und hilfreichen Weisheiten geholfen haben und helfen zu verstehen, was ich von mir aus nicht oder jedenfalls niemals in ganzer Fülle verstehen würde.

Wie dankbar bin ich auch, dass der Glaube kein Hirngespinst, kein Gedankengebäude oder Verstandeskonstrukt ist. Der Glaube bleibt nicht dumm, sondern kümmert sich um das, was wir von Gott wissen können und erkundet Weisen und Wege zu leben. Aber er hängt nicht von meinem Denken und Verstehen ab. Gar nicht. Auch wenn ich Gott nie in seiner Gänze begreifen werde und auch wenn ich seine Aktivitäten oder auch Passivitäten längst nicht immer verstehe: Ich darf mich von Gott auch ohne völliges Verstehen und auch gegen den Augenschein herzlich dazu anstiften lassen, ihm zu vertrauen.

»Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.« (Sprüche 3,5f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)

Michael Schätzel


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