Heute gibt es eine kleine »Team Gott«-Urlaubsedition. Beim Besuch einer Kleinstadt kamen wir in unserem Urlaub an dem abgebildeten Gebäude vorbei. Auf den großen roten Eingangstüren ist zu lesen: »Garage privé«, also Privatgarage. Zunächst staunte ich über diese originelle Garage. Die Raumhöhe überzeugte mich sofort, dass man hier auch höhere Fahrzeuge würde unterbringen können.

Dann aber entdeckte ich relativ bald, dass diese »Garage« früher ganz offensichtlich anderen Zwecken gedient hatte. Das Eingangstor mit seiner Verzierung oberhalb der Flügeltüren und die inzwischen zugemauerten Fenster verraten relativ eindeutig, dass es sich bei diesem Gebäude früher einmal um eine Kirche gehandelt haben muss.

Von der Kirche zur Garage. Solche Entwicklungen versetzen mir immer einen Stich ins Herz. Nun bin ich selbst in Sachen Kirchenentwidmung ein »gebranntes Kind«, habe ich eine solche doch selbst in meiner Zeit als Gemeindepfarrer mitverantworten müssen. Und entsprechend kann ich mit schnell gefällten Urteilen wie »Das kann man doch nicht machen!« prinzipiell erst einmal wenig anfangen. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach mehr oder weniger geglückte Lösungen für Kirchgebäude und deren Grundstücke, wenn die kirchliche Nutzung nicht mehr möglich ist.

Ob eine Garage zur Kategorie »geglückter« gehört, vermag ich nicht zu sagen. Und es wäre jetzt auch zu billig, hier die Klage über den »Autokult« des 21. Jahrhunderts anzustimmen. Ich weiß auch gar nicht, ob Autos heute noch die Verehrung und Pflege erfahren, die ich aus meiner Jugendzeit gewohnt war.

Drum wähle ich für den Abschluss mal einen anderen Gedanken, nämlich wie das Kirchgebäude auch nach seiner aktiven Nutzung erkennbar ist, also trotz seiner Umwidmung zur Garage immer noch an die Präsenz Gottes erinnert. Gott lässt sich aus dieser Welt nicht vertreiben, sondern seine Gegenwart bleib und wird immer wieder erkennbar – und sei es auch durch entwidmete Kirchen. Es ist wie mit dem Stein, den Jakob nach dem Traum von der Himmelsleiter aufrichtete:

»Und [Jakob] fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf« (1. Mose 28,17f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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