Bei einer Wanderung dieser Tage kamen wir auch an Hilfen zum »Waldbaden« vorbei. Eines der ersten Schilder war das abgebildete.
Diejenigen, die die Natur wahrnehmen wollen, werden aufgefordert, das, was sie mit sich herumschleppen und was sie hindert, jetzt in das Walderleben einzutauchen, an einem Ast wie an einer Garderobe abzugeben.
Unweigerlich musste ich dabei an die gottesdienstlichen Riten denken, die den Übergang vom Alltag in den Gottesdienst gestalten: das Rüstgebet und die Beichte etwa.
Auch diese sind ja so etwas wie eine Garderobe oder – im Waldbild gesprochen – ein Ast, wo ich all das loswerden kann, was mich hindert, unbeschwert Gottesdienst zu feiern und Gott zu begegnen.
Und denke ich daran, dass in der Geschichte der christlichen Theologie und Kirche das Kreuz Jesu Christi tatsächlich mit einem Baum, nämlich dem »Baum des Lebens«, identifiziert worden ist, dann passt es noch einmal ganz besonders gut.
Am Anfang des Gottesdienstes darf ich tatsächlich alles, was mich umtreibt, was mich belastet und beschwert, an einen Ast dieses Baumes, des Kreuzes Christi, hängen, um dann in der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu baden.
»Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.« (Kolosser 2,14, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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