Bei unseren Wanderungen in dieser Woche kamen meine Frau und ich auch an einem »Gasthaus ›zum Himmelreich‹« vorbei. Ehrlich gesagt hatten wir gehofft, dass es geöffnet hätte. Aber es ist längst Nebensaison und das Gasthaus hat nur noch zu ausgewählten Zeiten Betrieb.
So standen wir also vor dem ›verschlossenen Himmelreich‹ – ein wenig deprimiert, dass es hier weder ein Mittagessen noch zumindest einen Kaffee für uns gab und fotografierten wenigstens die Außenfassade.
In diesem Moment näherte sich ein Mann von der anderen Straßenseite, der dort gerade einige Büsche oder eine Hecke geschnitten hatte. Er lächelte uns an und sagte zu uns: »Wolltst ma reinschauen wie es im Himmelreich ausschaut?«
Wie sollte man auf eine solche Frage mit »Nein« antworten? Zumal er uns freundlich, aber dringlich ermutigte, sein Angebot anzunehmen. So ließen wir uns von ihm das »Himmelreich« aufschließen und fanden uns in einer freundlichen Gaststube vor: mit einem großen Glas Nutella und einem Ofen, der mich daran erinnerte, wie Martin Luther einmal von Gott als einem »Backofen voller Liebe« gesprochen hat.
Natürlich weiß ich, dass ich in diesem Moment nicht im »Himmelreich« im eigentlichen Sinn war. Und ich musste ja auch wieder gehen. Und doch war es ein schönes Gefühl, dass da jemand für uns aufgeschlossen hat, uns hereingebeten hat und da ein Ort war, an dem wir gut hätten bleiben können und wollen.
Ich freue mich darüber, dass Jesus Christus uns das ›echte‹ Himmelreich aufgeschlossen hat und uns hereinbittet und wir es gut bei ihm haben werden – inklusive einem Backofen voller Liebe. Und ohne die Notwendigkeit, wieder gehen zu müssen.
»Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.« (Lukas 14,23, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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