Vor einiger Zeit war ich in einer Gemeinde zu einem Gesprächsnachmittag eingeladen. Es ging um Mitarbeit und Leitung in der Gemeinde. Und wie häufig kam beim Thema »Mitarbeit« auch das Notvolle in den Blick. Was können wir tun, um Menschen für das Miteinander in der Gemeinde zu gewinnen, die sich längst verabschiedet zu haben scheinen? Gibt es irgendwelche einfache Lösungen, die helfen können, dass junge Menschen auch nach ihrer Konfirmation und ihrem Schulabschluss nicht ihren Kontakt zur Gemeinde verlieren? – Und natürlich gibt es für all das keine Patentrezepte, allerdings vielleicht doch die eine oder andere gute Idee, die sich erproben lässt.
Was mich bei diesem Gemeindegespräch aber vor allem bewegt hat, war, dass es unmerklich eine Wendung genommen hat und Menschen auf einmal von dem erzählten, was eigentlich gut und segensreich in der Gemeinde ist. Gegenseitig gaben sie sich Anteil an dem, was oftmals gar nicht im Blick ist, aber eben doch da ist. Da erzählte ein Gemeindeglied, er habe lange Zeit gar nicht gewusst, dass es Gemeindeglieder gibt, die ganz regelmäßig andere Gemeindeglieder besuchen – gerade auch solche, die sonst keinen Kontakt mehr zur Gemeinde haben. Eine andere Frau wies auf den Blumenschmuck auf den Tischen hin, den eine Frau extra vorbereitet habe. Und der Rendant erzählte davon, dass er bei der Übernahme seines Amts gestaunt habe, wie viel Arbeit in der Gemeinde geschieht, ohne dass die Gemeinde dafür auch nur einen Cent bezahlen müsse, weil Menschen ihre Zeit, ihre Kraft und ihre Fähigkeiten für die Gemeinde zur Verfügung stellen.
Und so schien bei manchem Schweren, was wir auch gemeinsam in den Blick nahmen, eben doch auch ein großer Segen auf, den Gott auf diese Gemeinde gelegt hat und der eben auch durch die Mitarbeit ganz unterschiedlicher Menschen wirkt. Gerade in herausfordernden Zeiten ist das, denke ich, unbedingt notwendig, dass wir solche Segensspuren nicht aus dem Blick verlieren, sondern dankbar auch auf das schauen – was neben manchem Schweren – eben auch gut und bereichernd ist.
»Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Spuren triefen von Segen.« (Psalm 65,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft),
Christoph Barnbrock
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