Dieser Tage stieß ich in den Sozialen Medien auf das Video einer Freundin, die in den USA lebt und mit dem Auto einmal Coast-to-Coast unterwegs ist: Also von der Ostküste bis nach Kalifornien an der Westküste. In diesem Video beschreibt sie, was das mit ihr gemacht hat, auf dem Weg nach Las Vegas durch die brennend heiße Einöde unterwegs zu sein. Am Straßenrand Schilder, die darauf hinweisen, dass hier für Dutzende Kilometer keine Tankstelle kommt. Nichts. Nur sie und das Auto – immer voller Hoffnung, dass es tatsächlich auch durchhält. Und viel Zeit zum Nachdenken darüber, wer ich eigentlich bin, wenn es nur diesen einen Menschen in der Mitte des Nirgendwo gibt.

Noch heute ist also das Erleben von Wüste – bei allen technischen Fortschritten und Sicherungssystemen, die wir uns aufgebaut haben – etwas Besonderes. Wir werden zurückgeworfen auf uns selbst. Es wird wahrnehmbarer, dass das Leben nicht selbstverständlich ist. Wir kommen an unsere Grenzen. Und es stellt sich die Frage: Was trägt eigentlich im Leben?

In der Bibel spielt die Wüste immer wieder eine Rolle: als Ort der herausfordernden Zwischenzweit, bevor das Volk ins Gelobte Land kommt, als lebensfeindlicher Ort, den Gott in einen blühenden Garten verwandelt, aber auch als Ort der Versuchung:

»Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.« (Matthäus 4,1, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Ganz offensichtlich ist es immer schon so gewesen, dass sich in der Wüste die ganz elementaren Fragen stellen: Wer bist du eigentlich? Wer willst du sein? Was ist dir wichtig im Leben? Wer oder was soll dein Leben bestimmen? – Und es ist gut, sich solchen Fragen zu stellen (nicht zufällig ist es ja der Geist Gottes der Jesus in die Wüste führt) – jenseits der Komfortzone und des Alltagstrotts. Und noch besser ist es am Ende, auch in der Wüste und in Wüstenzeiten des Lebens dem zu folgen, der in der Wüste seinem Vater im Himmel treu geblieben ist, der nicht den leichten Weg gegangen ist – um uns zu retten und zu befreien. Denn mit ihm und durch ihn gilt uns eben auch dieses Versprechen:

»Ja, der HERR tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des HERRN, dass man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang.« (Jesaja 51,3).

Christoph Barnbrock


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