In der Öffentlichkeit wird immer wieder diskutiert, ob Frauen, ob Paare in unserer Zeit Kinder bekommen sollen oder gar müssen. Die einen weisen dabei darauf hin, dass der »Generationenvertrag« nur funktioniert, wenn auch immer junge Menschen nachwachsen und für die Generation über sich Verantwortung übernehmen, wie es diese für ihre Eltern und Großeltern auch getan hat. Und die anderen werfen in die Waagschale, dass Kinderkriegen immer noch eine Frage der persönlichen Entscheidung ist und in es in Zeiten wie diesen wohlüberlegt sein will, Kinder zu bekommen.

Beide Positionen sind hier sehr holzschnittartig skizziert. Und bliebe es bei diesen groben Pinselstrichen, würde wohl in jedem Fall Wesentliches fehlen. Denn wer Kinder nur deswegen bekommt, um seine Altersvorsorge oder die der Gesellschaft zu sichern, wäre wohl ein schräger Vogel. Und wer sich allzu sehr von den Sorgen und Ängsten unserer Zeit gefangen nehmen lässt und ganz um sich und seine eigenen Bedürfnisse kreist, wird vielleicht auch Wesentliches im Leben verpassen.

Mein Eindruck nach gut zwei Jahrzehnten Elternleben ist: Kinder zu haben hat etwas von einem Abenteuer, das sich konkreter Planung und Abwägung entzieht. Manchmal ist es fordernder, als ich es mir hätte im Vorfeld vorstellen können. Und ganz oft war und ist es viel bereichernder, als ich das vorher gedacht hätte. Kinder aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten bis ins Erwachsenenleben hinein, ist eben nicht nur ein kleiner Baustein, der auch noch ins Leben kommt, sondern eine Wirklichkeit, die das Leben noch einmal grundsätzlich verändert und in allen Dimensionen neu ordnet.

Mein Vatersein hat mir immer wieder deutlich gemacht, dass ich aus der Vergebung leben muss (und darf!) und dass ich mir die schönsten Glücksmomente im Leben eben nicht selbst bescheren kann, sondern sie mir – zum Beispiel durch meine Kinder – geschenkt werden.

Ich bin froh, dass wir uns auf das »Abenteuer Kinder« eingelassen haben. Und ich bin dankbar für den Segen, den wir auf diesen gemeinsamem Weg empfangen haben. Dabei bin ich überzeugt davon, dass sich solches segensvolles Erleben nicht nur bei eigenen Kindern einstellen kann. Es gibt Paare, die keine Kinder bekommen können oder wollen und die trotzdem im Miteinander mit Nichten und Neffen, mit Paten- und Nachbarskindern auch etwas von dem erleben, was Eltern als bereichernd wahrnehmen. Kindersegen ist eben vielfältig.

»Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.« (Psalm 127,3, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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