Neulich kam wurde mir dieses Lied des mir bis dato unbekannten Künstlers Raphael Perle in eine meiner Tagesplaylists hineingespült:

Davon einmal abgesehen, dass dieses Video mit dem Klavier mitten im Bergpanorama einigermaßen episch daherkommt, hat mich doch auch der Text des Liedes angesprochen.

Hier wird – mutmaßlich eine geliebte Person – mit dem Karabiner in der Felswand verglichen, der jemanden hält, auch wenn er fällt (Text im Folgenden gleich aus der Tiroler Mundart ins Hochdeutsche übertragen): »Denn wenn ich flieg und wenn ich fall / wenn ich stürz, weiß ich, an wen ich mich halte«. – »Du bist mein Karabiner in der Wand / mein Karabiner, der mich sicher fängt / wenn ich nicht mehr kann.«

Dabei entdeckt das »Ich« im Lied diesen »Karabiner« erst jetzt so richtig, obwohl er offenbar immer schon da war: »Hab ich doch schon immer gewusst / wird mir jetzt bewusst.« Mit diesem »Karabiner« im Leben werden nun auch mutige Schritte möglich: »Jeder Fels wird sicher halten / jeder Weg wird mich tragen / hab keine Angst dabei.« Wer so gesichert ist, kann mutig neue Wege erkunden.

Es weist nichts darauf hin, dass dieses Lied als ein religiöses Lied verstanden werden will. Es ist wohl als ein Liebeslied geschrieben. Und doch lassen sich diese Aussagen ohne Weiteres auch auf Gott übertragen: Auf den, der mich hält, wenn ich stürze und falle. Er, der mich auffängt, wenn ich nicht mehr kann. Er, der immer schon in meinem Leben war, ja mir das Leben geschenkt hat, bevor ich es auch nur bewusst wahrgenommen habe. Er, mein Halt, der mich absichert, sodass ich auch mutig Wege durchs Leben gehen kann.

»Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand.« (Psalm 37,24, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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