Vor einigen Wochen ist ziemlich zeitgleich im Kino und im Streaming der Film »Glennkill: Ein Schafskrimi« herausgekommen, der lose auf dem gleichnamigen Buch basiert, das sich vor rund 20 Jahren ausgesprochen erfolgreich verkauft hat. Kurz gefasst geht es im Film darum, dass der Schäfer einer Herde, um deren Schafe er sich liebevoll gekümmert hat, ermordet aufgefunden wird. Der örtliche Polizist ist von der Aufgabe, in einem Mordfall zu ermitteln, einigermaßen überfordert, sodass sich die Schafe der Aufgabe annehmen, den Mörder (oder die Mörderin) zu finden. Und sie haben bereits Vorkenntnisse, hat der Schäfer ihnen doch abends immer wieder Krimis vorgelesen, sodass sie ganz genau wissen, worauf es bei den Ermittlungen in einem Mordfall ankommt.
Dabei kommt dieser klamaukige Film, der ohne allzu viel Tiefgang daherkommt und sich als nette Zerstreuung zwischendurch eignet, nicht ohne Theologie aus. An einer Stelle passiert das ganz ausdrücklich, als einige der Schafe eine Kirche passieren und ein etwas weltgewandteres Schaf erklärt, dass das mit diesem »Gott« irgendwie kompliziert zu sein scheine, weil er einerseits »Schäfer« sei, dann aber doch auch »Schaf«. Und irgendwie sei er auch »Brot« und werde gegessen. Auch wenn hier offenbar ein Gag auf religiöse Kosten gemacht werden soll, ist doch zu konstatieren, dass das Schaf (bzw. die Person, die das Drehbuch geschrieben hat), das Johannesevangelium doch offenbar intensiver zur Kenntnis genommen hat: Johannes der Täufer, der über Jesus sagt: »Siehe, das ist Gottes Lamm!« (Johannes 1,36, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). Und Jesus, der von sich selbst sagt: »Ich bin der gute Hirte« (Johannes 10,11) und: »Ich bin das Brot des Lebens« (Johannes 6,48).
Noch faszinierender ist aber fast, dass sich religiöse Motive an anderen Stellen eher verborgen durch den Film ziehen: Da ist der Schäfer, der mindestens ein Schaf »gerettet« hat und durch die Erfindung einer Medizin auch anderen kranken Schafe Heil(ung) gebracht hat. Hier schimmert bereits ein Christusbild durch.
In einer anderen Szene opfert sich ein Schaf, das von den anderen eher gemieden wurde, unter Einsatz seines Lebens stellvertretend auf, damit die anderen gerettet werden. Auch hier muss man nicht sonderlich viele Umwege gehen, um ein Christus-Motiv zu entdecken.
Und schließlich »lösen« die Schafe am Ende den Fall dadurch, dass sie sich immer wieder daran erinnern, was der Hirte ihnen gesagt hat, als er bei ihnen war. Auch hier lassen sich Parallelen zu Jesus und seinen Worten an seine Jünger entdecken, wenn dieser zu ihnen sagt: »Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.« (Johannes 15,7). Hier wie dort »lohnt« das Bewahren der Worte des »Hirten« auch über die Zeit seiner sichtbaren Gegenwart hinaus. Sie bewähren sich und helfen auch über die Zeit des Todes (und im Fall Christi: seiner Auferstehung und Himmelfahrt) hinaus weiter.
Übrigens – ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Natürlich geht der Krimi gut aus – so wie das Leben derer, die in der Herde Jesu Christi unterwegs sind.
Christoph Barnbrock
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