Sprache des Friedens

Einer unserer Freunde aus den USA, Andrew R. Jones, veröffentlicht regelmäßig in einem Schreibblog Texte, die ich immer wieder sehr bedenkenswert finde. Kürzlich war wieder einer dabei, der mich in besonderer Weise angesprochen hat. Er trug den Titel: »I Am Tired of War and everything becoming war« (»Ich bin der Kriege müde und dessen, dass alles zum Krieg gemacht wird«).

Dabei nimmt er zunächst die vielen Kriege auf unserer Welt in den Blick, dann aber vor allem die Tatsache, dass er in Sport, Politik und Gesellschaft zunehmend ein kriegerisches Vokabular wahrnimmt. Dabei beklagt er, dass damit die Idee der Zerstörung des Gegenübers einhergeht. Der Gegner muss und will nicht einfach – bestenfalls sportlich fair – besiegt werden, sondern er muss am Ende zerstört werden. Ein neutrales Abwägen, Wertschätzen und Beobachten kommt nicht mehr in Frage. Und schließlich beobachtet er, dass die allgegenwärtige Kriegsmetaphorik letztlich zu einer Verharmlosung echter Kriege führt. Wenn am Ende ein Fußball- oder Footballspiel ein »Krieg« ist – dann kann es mit den Kriegen ja nicht so schlimm sein… , kann man leicht denken. Der Schmerz über die echten Kriege und die Verluste geht so verloren.

Am Ende fragt Andrew Jones danach, wie eigentlich eine Sprache des Friedens aussähe, die sich solcher »Kriegssprache« entgegensetzen ließe. Und er knüpft dabei an an die »Früchte des Geistes«, die der Apostel Paulus im Galaterbrief benennt:

»Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit« (Galater 5,22f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)

Eine Sprache, die davon geprägt ist, wäre eine Sprache des Friedens, die sich von Gottes Frieden her ausbreitet. Am Ende schließt er mit den Worten: »Perhaps you seek it too, this peace. I hope we find it. I hope it grows.« (»Vielleicht suchst du das auch, diesen Frieden. Ich hoffe, wir finden ihn. Ich hoffe er wächst.« Dieser Hoffnung kann ich mich nur anschließen und bin gewiss, dass tatsächlich etwas wächst, wenn wir uns immer wieder vor Augen halten, wie Jesus Christus uns Frieden schenkt. Dessen Frieden ist im besten Sinn »ansteckend« – auch für die Art und Weise, wie wir miteinander und übereinander reden.

Christoph Barnbrock


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