Gerade an Wochenenden, an freien Tagen oder im Urlaub merke ich, dass ich ein ziemliches »Gewohnheitstier« bin. Es tut mir gut, morgens zu wissen, was die Aufgaben sind, die am Tag vor mir liegen, oder zu planen, was in der Woche zu erledigen ist, To-Do-Listen zu erstellen, damit mir nichts »durch die Lappen geht«. Mir die Arbeit einzuteilen und Unvorhergesehenes dann in die so erschaffene Struktur einzusortieren, gibt mir Halt.
Dasselbe gilt auch für die kleinen und größeren Rituale des Lebens: Zeit mit meiner Frau morgens auf dem Sofa, in der Bibel lesen, beten für die, die uns anvertraut sind, kurz besprechen, was für den Tag dran ist. Mittagspause machen. Ausflüge an vertraute Orte. Spiele spielen, die ich kenne. All das tut mir gut. Es nimmt mich hinein in einen für mich wiedererkennbaren Rhythmus des Lebens.
Anderes führt mich aus meiner Komfortzone heraus. Ungeplantes und Unabsehbares, Zeiten ohne Struktur, Tage, die ganz anders laufen als erwartet und vorgesehen. Reisen in Länder, deren Sprache ich nicht beherrsche. Situationen, die ungemütlich sind. Mich hineinfinden in neue Zusammenhänge, die mir fremd sind – voller Unsicherheit, welche »Regeln« eigentlich in diesem Setting gelten.
Ich weiß, das Ganze ist nicht zuletzt auch Typsache. Denn ich habe Freunde, die überhaupt dann erst so richtig aufblühen, wenn alles ganz neu und unerwartet anders ist, wenn frische Impulse das Leben bereichern und verkrustete Routinen endlich aufgebrochen werden.
Aber ganz ohne feststehende Rhythmen, die das Leben strukturieren, kommt wohl niemand aus, auch wenn der eine vielleicht mehr von ihnen braucht und die andere weniger. Aber ein wiedererkennbarer Grundrhythmus des Lebens, Zeiten, Rituale, Feststehendes und Verlässliches hat wohl jede(r) nötig.
Deswegen ist auch der biblische Sabbat, der in der Christentumsgeschichte als Feiertag auf den Sonntag »verrutscht« ist, ein Gottesgeschenk – nicht nur, weil er Menschen die nötige Ruhe verschafft, sie immer neu auf Gott ausrichtet, sondern auch die Zeit strukturiert und konturiert, ihr einen erkennbaren Rhythmus verleiht. Gott sei Dank für alles, was hilft, die Zeit und das Leben zu strukturieren!
»Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage den Israeliten: Haltet meine Sabbate; denn das ist ein Zeichen zwischen mir und euch von Geschlecht zu Geschlecht, damit ihr erkennt, dass ich der HERR bin, der euch heiligt.« (2. Mose 31,12f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
Entdecke mehr von Team Gott
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
