In diesen Tagen war ich mit dem Zug unterwegs. An einer S-Bahn-Haltestelle stieg ich aus, um zu meinen Freunden ins Quartier zu kommen. An diesem Bahnhof gibt es nur einen Bahnsteig und nur eine Treppe. Und so strebten alle diesem Ausgang entgegen.
Kurz bevor ich an der Treppe ankam, nahm ich wahr, wie eine Frau, Ende 50/Anfang 60, sich mit kindlicher Freude hinter einer Werbetafel versteckte.
Als ich an ihr vorbeigekommen war und schon fast auf der Treppe war, nahm ich wahr, wie sich ein etwa gleichaltriger Mann, der die Treppe hochgestiegen war, sich zunächst suchend umschaute, bevor die Frau aus ihrem Versteck hervorkam und die beiden sich voller Wiedersehensfreude in die Arme fielen.
Mich hat diese kleine Szene bewegt, wie Menschen sich auch in fortgeschrittenerem Alter sich über das Wiedersehen freuen und dieses auch gestalten.
Jetzt, am Ende des Kirchenjahres denken Christinnen und Christen ja in besonderer Weise an das Wiederkommen Jesu Christi. Auch hier geht es ja um ein Wiedersehen mit einem, mit dem wir aufs engste verbunden sind. Ich finde, das ist ein schöner Gedanke, dass auch er aus der Verborgenheit hervortritt und wir ihn sehen und wir ihm in die Arme fallen können.
»Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.« (Apostelgeschichte 1,11, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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