Wir Menschen brauchen Schlaf. Die einen vielleicht weniger als die anderen. Aber ganz ohne Schlaf geht es nicht. Entsprechend wird Schlafentzug auch als Foltermethode eingesetzt. Nicht schlafen dürfen – eine grausame Vorstellung.

Dabei ist es mit dem Schlafen eine interessante Sache. Denn wenn ich in den Schlaf falle, gebe ich ja die Kontrolle über mich ab. Wenn ich schlafe, kann ich nicht noch nebenbei kontrollieren, was um mich herum passiert. Und über das, was ich träume, wenn ich denn träume, kann ich auch nicht entscheiden. Im Schlaf bin ich ganz ausgeliefert.

Gleichzeitig erleben viele Menschen – vielleicht auch gerade mit zunehmendem Alter – , dass es gar nicht so einfach ist, in den Schlaf zu finden oder durchzuschlafen. Das, was unsere Aktivität fordert, meldet sich dann erkennbar zu Wort und hindert uns daran, (wieder) einzuschlafen.

Mir scheint, das Schlaf und Glauben verwandte Phänomene sind. Beide sind Geschenke. In beiden Fällen gebe ich die Kontrolle über mich ab. Bei beiden kann es auch einmal Schwierigkeiten geben. Und beides ist für mein Leben notwendig.

Es ist von daher nicht zufällig, dass in der Bibel immer wieder davon erzählt wird, dass Menschen im Schlaf, im Traum etwas davon verstehen, was für ihren Weg wichtig wird. Letztlich schlafen wir in Gottes Hände hinein ein. Bergen uns in der Zeit des Schlafes in besonderer Weise bei ihm und vertrauen darauf, dass Nacht für Nacht (und Tag für Tag) das wahr wird, was Salomo einmal so fasst:

»[S]einen Freunden gibt er [Gott, CB] es im Schlaf.« (Psalm 127,2, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Es ist die Paradoxie des Schlafs wie des Glaubens, dass ich reicher werde und neue Kraft gewinne, wenn ich ganz loslasse und mich Gott anvertraue.

Christoph Barnbrock


Entdecke mehr von Team Gott

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner