Unter dem Stichwort »Apokalypse« oder »apokalyptisch« begegnen uns in Film und Literatur Zukunftsszenarien, die um das Ende der Welt oder zumindest das Ende der Menschheit kreisen. Ich gebe gerne zu, dass ich noch niemals ein besonderer Fan dieser Kunstgattungen war, weil ich das Dargestellte doch auch immer reichlich bedrohlich fand und finde. Mir so etwas in einem Film auf großer Leinwand anzuschauen oder mich Abende lang damit in einem Buch zu beschäftigen, wäre nicht so meins.

Nun gibt es in unserer Welt auch im echten Leben einige »apokalyptische« Szenarien, die beunruhigen können. Ich denke da an die Folgen des Klimawandels für die Menschheit oder die Prognosen, dass Künstliche Intelligenz zur Bedrohung für uns Menschen werden könnte. Und denken wir an die Corona-Pandemie zurück, dann haben wir ja auch eine Idee davon bekommen, wie ein Krankheitserreger plötzlich zu einer globalen Bedrohung werden kann.

Auch die Bibel kennt apokalyptische Texte, und sie sind nicht selten dazu missbraucht worden, Menschen Angst einzujagen. Und wie ich mich frage, warum ich entsprechende Bücher lesen und solche Filme gucken sollte, wird es auch (Christen-)Menschen geben, die sich mit Blick auf diese biblischen Texte die Frage stellen, warum sie sich das antun sollten.

Allerdings würde man damit die Eigenart biblischer Apokalypsen verkennen – etwa der Johannesoffenbarung, die im Griechischen das Wort »Apokalypse« im Namen trägt. Denn diese biblischen Texte verstehen sich nicht als eine literarisch-fromme Geisterbahnfahrt, die ihren Leserinnen und Lesern mal so richtig einen Schrecken einjagen will. Sondern am Ende sind es Trostschriften für angefochtene Gemeinden, in denen vor allem zweierlei deutlich wird: 1. Bei allem, was im Lauf der Welt so unverständlich und bedrohlich zu sein scheint, bleibt Gott doch der, der das Heft des Handelns in der Hand behält. 2. Am Ende gewinnt nicht das, was uns in jeweils unserer so bedrohlich erscheint, sondern Gott.

Etwas paradox ließe sich sagen: Gerade in apokalyptischen Zeiten kann ein Blick in diese biblischen apokalyptischen Texte guttun, trösten und Hoffnung schenken.

»Und ich sah, wie sich ein gläsernes Meer mit Feuer vermengte, und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker. Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Urteile sind offenbar geworden.« (Offenbarung 15,2–4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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