In dieser Woche gab es in Westeuropa eine Sonnenfinsternis zu bestaunen. Zugegebenermaßen war davon bei uns zu Hause nicht allzu viel zu sehen. Und selbst die Verdunkelung, die mit einer Sonnenfinsternis einhergeht, vermischte sich irgendwie mit der sowieso einsetzenden Abenddämmerung. Also irgendwie alles reichlich unspektakulär.
Überhaupt hat das Phänomen »Sonnenfinsternis« in unserer Welt, die mit wissenschaftlichen Methoden manches erschlossen und durchdrungen hat, gegenüber früheren Zeiten an Schrecken verloren. Während früher, als Sonnenfinsternisse noch nicht berechenbar waren, das Verdunkeln der Sonne als etwas ausgesprochen Bedrohliches erlebt werden musste, ist es heute längst zum harmlosen Schauspiel geworden. Im Vorfeld kann man sich informieren, wann eine solche Sonnenfinsternis beginnt, wann sie ihren Höhepunkt erreicht und wann sie aufhört. Alles ganz berechenbar und eher ein Hinweis darauf, dass wir manches im Weltall inzwischen schon ganz schön gut verstehen, sodass wir solche Ereignisse präzise und zuverlässig prognostizieren können.
In den biblischen Büchern wird die Endzeit und das Kommen des Menschensohns mit dem Phänomen des Verfinsterns von Sonne und Mond verbunden: Jesus Christus spricht: »Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.« (Matthäus 24,29, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Mit dem, was hier beschrieben ist, sind offensichtlich nicht Sonnenfinsternisse wie die in dieser Woche gemeint, die angesichts ihrer Planbarkeit ja gerade Ausdruck der Stabilität dieser Welt und des Universums sind. Vielmehr ist hier das Aus-dem-Gleichgewicht-Geraten dessen im Blick, was Gott in guter Ordnung geschaffen hat. Vielleicht entdecken wir solche Hinweise in unserer Welt gerade an anderen Stellen in der Natur viel eher als im kosmischen Geschehen.
Versuche, die Endzeitereignisse zu terminieren oder als jetzt gerade gekommen zu bestimmen, sind in der Vergangenheit immer schiefgegangen. Wozu Jesus und die Propheten mit den entsprechenden Worten aufrufen, sind auch nicht irgendwelche Rechenexperimente, sondern es geht hier um Wachsamkeit: Unsere Lebenszeit ist nicht unendlich und diese Welt ist nicht unendlich. Und so sind wir gerufen, jeden Tag im Glauben und im Vertrauen auf Jesus Christus zu leben, der angekündigt hat, die Welt nicht einfach irgendwann »den Bach runtergehen« zu lassen, sondern der wiederkommt, der richtet und rettet und einen neuen Himmel und eine neue Erde mit sich bringt. Dann braucht es allerdings keine Sonne und keinen Mond mehr – und auch auf Sonnen- und Mondfinsternisse werden wir dann wohl verzichten müssen: Denn »die Stadt [= das himmlische Jerusalem] bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm [= Jesus Christus].« (Offenbarung 21,23).
Christoph Barnbrock
Entdecke mehr von Team Gott
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
