Heute ist wieder eins der Lieder von Max Prosa dran, nämlich »Buntes Papier«:

Es erzählt die Geschichte von sieben Kindern, die in Griechenland in Bauruinen spielen und dabei auf 10.000 Dollar stoßen, das dort als Schmiergeld hinterlegt worden war, inzwischen aber vergessen worden ist. Für die kleinen Menschen ist es allerdings nichts anderes als »buntes Papier«, das sie in die Luft werfen und an dessen Herumgeflatter sie ihre Freude haben.

Als sie zu Hause erzählen, dass sie dieses »bunte Papier« gefunden haben und was sie damit gemacht haben, reagieren die Erwachsenen irritiert, wenn nicht sogar erbost: So viel Geld – und was man damit alles hätte machen können! Die Kinder wiederum können kaum verstehen, warum die Erwachsenen diesem »bunten Papier« eine so große Bedeutung zumessen.

Die Macht des Geldes und die Warnung davor ist schon Thema in der Bibel: indirekt beim »Goldenen Kalb« (2. Mose 32,1–4), ganz direkt in der Warnung vor dem »Mammon«, dem Gott des Geldes (Matthäus 6,24), oder auch in dieser apostolischen Ermunterung:

»[Auch sollen die,] die kaufen [sein], als behielten sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.« (1. Korinther 7,30f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

In den Worten des Liedes ließe sich sagen: Nutzt das Geld so, dass ihr nicht vergesst, dass es am Ende nichts anderes als »buntes Papier« ist. Lasst euch von ihm nicht gefangen nehmen. Wirklich wichtig ist euer Verhältnis zu Gott, das bleibt, auch wenn alles andere vergeht.

Das schreibe ich als privilegierter Mensch, der viel mehr Geld zur Verfügung hat, als er unbedingt zum Leben braucht. Und ich weiß, dass sich so leichter über Geld reden und schreiben lässt, als wenn ich ängstlich schauen muss, ob es am Monatsende für mich und meine Familie noch reicht.

Dass die Kinder im Lied so unbedarft mit dem Geld umgehen können, hat seinen Grund natürlich darin, dass sie für ihren eigenen Lebensunterhalt nicht aufkommen müssen. Für sie ist durch die Erwachsenen gesorgt. Deswegen können sie unbeschwert mit diesen Scheinen umgehen. Ein gelassenerer Umgang mit Geld kann also gerade da wachsen, wo Menschen wissen, dass jemand für sie sorgt. Für uns Christenmenschen ist das Gott, der uns versprochen hat, für uns zu sorgen. Und immer wieder sorgt er auch dafür, dass wir dieses »bunte Papier« in unseren Portemonnaies finden und wir damit kaufen können, was wir zum Leben brauchen – manchmal sogar noch mehr. Und vielleicht werfen wir ja auch mal einen Schein in die Luft und schauen, wie er durch den Wind tanzt. Denn am Ende ist und bleibt es nur »buntes Papier«.

Christoph Barnbrock


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