Die Fußball-Weltmeisterschaft kann man in diesen Tagen auf ganz verschiedenen Kanälen wahrnehmen: auf verschiedenen Fernsehsendern, über Berichterstattung oder Clips im Internet oder … indem man genau hinhört.
So ging es mir beim letzten Deutschlandspiel. Ich war von einer längeren Zugfahrt zurückgekommen, hatte auf der letzten Strecke in der S-Bahn sogar den Beginn des Spiels angeschaut. Dann aber zu Hause war es doch schöner, mit meiner Frau auf der Terrasse zu sitzen, zu reden, das etwas kühlere Wetter und die Glühwürmchen zu genießen.
Das Wesentliche des Fußballspiels habe ich trotzdem nicht verpasst, weil die Uh- und Ah-Rufe aus der Nachbarschaft mich doch erreichten, nicht zuletzt auch begeisterte Jubelrufe, wenn ein Tor gefallen war. Fußballhören statt Fußballschauen eben.
Als Christ geht es mir am Ende ja nicht anders. Jesus Christus habe ich zu seinen Erdentagen nicht gesehen, nicht erlebt, habe die Wunder nicht anschauen dürfen, aber ich habe davon gehört. Menschen waren außer sich vor Freude, haben gejubelt, haben weitererzählt, was sie erlebt haben. Und irgendwann haben sie oder andere es dann auch aufgeschrieben, damit ich all das – kleines Bounus-Feature – nicht nur hören, sondern sogar lesen kann.
Das nächste Deutschlandspiel gucke ich mir wahrscheinlich wieder an. Gucken ist dann schon auch auch schön – und irgendwie auch das »richtige« Erlebnis. Beim Glauben ist es tatsächlich anders: Da ist das »Hören« das, woran der Glaube sich festmacht.
Der Apostel Paulus schreibt: »So kommt der Glaube aus der Predigt [eigentlich ›Hören‹, CB], das Predigen [= Hören] aber durch das Wort Christi.« (Römer 10,17, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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