Zu den eher originellen Marketingideen im christlichen Sektor gehört die Idee des Claudius-Verlages, ein Produkt namens »Psalmol« aufzulegen. Eine Packung dieses »Medikaments« haben wir kürzlich von Freunden geschenkt bekommen.
Wie in einer Medikamentenpackung finden sich hier einzelne Psalmverse, die wie eine Tablette herausgedrückt werden und dann gelesen werden können.
Die Packungsbeilage, die sich durch wunderbaren Humor auszeichnet, verspricht, dass der Nutzer sich keine Gedanken machen müsse, dass es zur Überdosierung komme. Allenfalls mit einer Zunahme von Gottvertrauen sei als »Nebenwirkung« zu rechnen.
Ich mag es, wenn jemand aus der Freiheit eines Christenmenschen heraus solche kreativen und humorvollen Ideen entwickelt und es dann am Ende sogar noch schafft, sie zur Marktreife zu führen. Toll!
Allzu oft steht uns ja, Gott sei’s geklagt, vor Augen, dass und wie Worte verletzen können. Wie gut, dann immer wieder auch vor Augen zu haben, dass Worte auch wie ein Medikament wirken können. Ein gutes Wort, das eine Freundin mir sagt, und mein Herz heller macht, etwa. Aber vor allem und natürlich viel grundsätzlicher Gottes Worte, in denen die Kraft liegt, heil zu machen, was schmerzt und verwundet ist.
So ist es auch wunderbar in einem biblischen Buch gefasst, das den römisch-katholischen Glaubensgeschwistern vertrauter ist, in der Lutherbibel dagegen »nur« (aber was heißt hier eigentlich »nur«?) unter den »Apokryphen« begegnet:
»Denn es heilte sie weder Kraut noch Pflaster, sondern dein Wort, Herr, das alles heilt.« (Weisheit 16,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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