Zeiten des Übergangs

Es gibt Zeiten, die klar definiert sind: Zeiten mit Schulunterricht oder Arbeit – und Ferienzeiten. Zeiten der Kindheit – und des Erwachsenenlebens. Und dann gibt es merkwürdige Zeiten, die das »Dazwischen«, den Übergang, markieren. Im Wochenrhythmus ist es der Sonntagabend, der zwischen Wochenende und der neuen Schul- oder Arbeitswoche steht. Im Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter ist es die Zeit nach dem Schulabschluss vor Beginn der Ausbildung oder des Studiums. Das Alte ist abgeschlossen, aber das Neue hat noch nicht richtig begonnen.

Solche Zeiten des Übergangs sind immer auch als bedrohlich wahrgenommen werden: etwa der Schritt vom Unverheiratet- zum Verheiratetsein. Daher stammt der Brauch, dass der Bräutigam die Braut »über die Schwelle trägt«. Die Gefahr, das Stolpern am Übergang, soll so vermieden werden. Oder das Knallern zum Jahreswechsel: die bösen Geister sollten vertrieben werden.

So gehen die Zeiten »zwischendrin« oft mit gemischten Gefühlen einher. Gilt das Alte noch? Hat das Neue schon angefangen – und was wird es überhaupt bringen? Zeiten dazwischen sind merkwürdige Zeiten.

Der Karsamstag ist auch so ein Tag dazwischen. Ein Tag zwischen Karfreitag und Ostern. Die Passionszeit ist mit Karfreitag zu ihrem Ende gekommen. Jesus Christus ist gekreuzigt worden. Und zugleich ist noch nicht Ostern. Eine merkwürdige Zwischenzeit. Was ist vorherrschend: Trauer oder die Osterfreude, auf die wir zugehen?

Gleichzeitig braucht es solche Übergangszeiten – auch, damit unsere Seelen hinterherkommen im Wechselbad der Gefühle. Der Wechsel der Zeiten will mitgegangen, miterlebt und verarbeitet werden. Es braucht alles seine Zeit.

Jesus Christus spricht: »Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.« (Markus 8,31, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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