Zu den Dingen, die ich besonders gerne mag, gehört es, am Lagerfeuer zu sitzen. Okay – über die Kleider, die danach noch Tage lang nach Rauch riechen, könnten wir noch diskutieren. Aber die Momente am Feuer sind es allemal Wert. Einfach da zu sitzen, sich vom Feuer wärmen zu lassen, dem Spiel der Flammen zuzusehen. Und dann ggf. auch noch etwas Leckeres über den Flammen zu garen. Herrlich! Da kann es Leib und Seele gutgehen.

Entsprechend spielt auch eine meiner liebsten Osterszenen an einem Lagerfreuer:

»Als sie [= die Jünger] nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! […] Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch.« (Johannes 21,9–13 i.A., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Besonders schön an dieser Ostererzählung finde ich die Fürsorge Jesu für seine Jünger – und zwar nicht nur für ihre Seelen, sondern auch für ihren Körper. Die Jünger waren die ganze Nacht an der Arbeit. Zunächst war es ein großer Reinfall gewesen, dann hatte ihnen Jesus einen reichen Fang geschenkt. Und trotzdem dürften sie nun »durch« gewesen sein. Eine Nacht voller Arbeit. Am Ende jetzt große Fischmassen, die nur mit großer Kraftanstrengung zu bewältigen waren. Ich stelle mir vor, wie es gegen Morgen nun auch neblig und feucht geworden ist. Ungemütlich. Ermüdend.

Und dann brennt da ein Lagerfeuer. Ein Ort, um sich aufzuwärmen. Fisch und Brot liegen schon darauf. Alles ist vorbereitet, um nach einer herausfordernden Arbeitsphase wieder Kraft schöpfen zu können: ein Ort voller Wärme, Nahrung, um etwas gegen den knurrenden Magen zu tun, um es sich gutgehen zu lassen. Und für all das schnipst Jesus nicht einfach einen Engel herbei, damit der diese Cateringaufgaben übernimmt, sondern er selbst, Jesus, sorgt so für seine Jünger. Leibsorge und Seelsorge gehören für ihn zusammen. Beides lässt sich nicht auseinanderreißen. Manchmal versorgt er die Seinen am Abendmahlstisch und manchmal eben auch am Lagerfeuer.

Christoph Barnbrock


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