Videoschiedsrichter

In den letzten Wochen stand im Fußball der VAR, der Videoschiedsrichter, wieder einmal in besonderer Weise in der Kritik. Dabei geht es im Normalfall nicht darum, ob der Videoschiedsrichter echte Fehler macht – also eine Abseitsstellung anzeigt, die keine war, oder eine Körperberührung im Strafraum wahrnimmt, die gar nicht vorliegt.

Sondern zunehmend geht es meiner Wahrnehmung nach in der Diskussion darum, ob die irgendwie richtigen Entscheidungen, dass ein Spieler mit einer Nasenspitze im Abseits war oder es im Strafraum einen Hauch von einer Berührung gab und deswegen Elfmeter gepfiffen wird, eigentlich im Sinne des Fußballspiels sind.

Und es zeigt sich: Die Aufgabe der Regelanwendung lässt sich nur bedingt technisch lösen. Es ist ein komplexes Geschehen, für das es vielfältige Kompetenzen braucht. Und was technisch richtig beobachtet ist, bringt noch längst nicht aus sich selbst heraus die richtige Folge für eine Schiedsrichterentscheidung mit sich. Sondern manchmal führt das allzu kleinliche Befolgen der Regeln dazu, dass das Spiel, dem die Regeln eigentlich dienen sollen, kaputtgeht.

Jesus hatte es in seinem Leben immer wieder einmal mit dem Streit um die Regeln, das göttliche Gesetz, zu tun. Wenn er etwa am Sabbat heilte, ärgerten sich seine Zeitgenossen darüber, weil es gegen die Regeln war. Und – wie der VAR in vielen Fällen – hatten sie damit irgendwie Recht, weil Gott den Sabbat als Ruhetag geschenkt hatte und er als solcher auch bewahrt werden sollte.

Und doch war es hier manchmal wie bei allzu kleinteiligen VAR-Entscheidungen. Irgendwie war die Beobachtung richtig – aber im Gesamtbild war eine solche Kritik nicht passend. Denn das »Spiel des Lebens«, das Gott den Menschen geschenkt hat und dem auch der Sabbat dienen sollte, wurde durch die Heilungen ja gerade nicht zerstört, sondern auf wunderbare Weise gefördert. Hier abzupfeifen, würde tatsächlich überhaupt nicht passen.

Jesus Christus spricht: »Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.« (Markus 2,27, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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