Shalom – ein Gruß auf den Straßen Israels. So wie unser »Hallo«. Aber nicht nur das.

Shalom – ein Wunsch in den jüdischen Synagogen weltweit zum Beginn des Sabbat: »Shabbat Shalom, einen gesegneten Sabbat wünsche ich dir.« Aber nicht nur das.

Das hebräische Wort Shalom wird meist mit »Frieden« übersetzt. Das ist durchaus korrekt, aber es meint nicht nur »Friede« als Abwesenheit von Krieg, sondern es beschreibt vielmehr »einen Zustand allgemeinen Wohlergehens und des Heils, in dem es Mensch und Natur gut geht, in dem Sicherheit und Ordnung herrschen, Schwache und Bedürftige Unterstützung finden«, »einen Zustand der Fülle und Vollständigkeit in Geist, Körper und Besitz.« (www.israelnetz.com)

Shalom (und das griechische Pendant) kommt als Wort über 300mal in der Bibel vor: in Psalmen, in Prophetien, auch im aaronitischen Segen: »Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir [›Shalom‹].« (4. Mose 6,24–26, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). Die Engel verkünden mit der Geburt Jesu den »Shalom auf Erden«. Jesus tröstet kurz vor seiner Kreuzigung seine Jünger: »Meinen Shalom gebe ich euch«. Der Auferstandene grüßt am Ostermorgen damit seine Jünger: »Shalom sei mit euch«. Und Paulus beginnt viele seiner Briefe mit dem Zuspruch »Gnade sei mit euch und Shalom« und bekennt: »Er (Christus) ist unser Shalom«.

Wir spüren heute, wie zerbrechlich Frieden ist. Nachrichten über Krieg, Gewalt und Hass machen Angst. Vielleicht fragst du dich manchmal: Was soll, was bringt, was nützt mein Leben schon in einer Welt, die so aus den Fugen geraten ist?

Gottes Shalom entfaltet sich genau da – mitten in dieser Unsicherheit. Er verspricht dir nicht, dass alles plötzlich leicht wird. Aber er verspricht, dass du nicht allein bist. Shalom heißt: Gott hält dich, auch wenn du dich innerlich wackelig fühlst. Gott trägt dich dadurch, Gott schenkt dir Zuflucht, Gott umhüllt dich mit seinem Shalom.

Shalom hat auch mit dem zu tun, was zwischen Menschen passiert. Unfriede in Freundschaften, Streit in der Familie, Ausgrenzung in der Klasse oder Hass im Netz – das tut weh und bleibt oft lange im Herzen hängen. Gottes Shalom kann heil machen, was in dir verletzt ist. Er schenkt dir Mut, um ein Gespräch zu beginnen, um zu vergeben oder um ehrlich zu sagen, wenn dich etwas belastet.

Und Shalom meint auch dein Inneres. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene kämpfen mit Stress, Druck, Einsamkeit, Selbstzweifeln oder Angst. Vielleicht hast du das Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Gottes Shalom sagt dir: Du bist mehr als deine Leistung. Du darfst schwach sein. Du darfst Hilfe annehmen. Shalom kann deinem Herzen Ruhe schenken – nicht als schnelle Lösung, sondern als tiefe Zusage: Dein Leben ist wertvoll, genauso wie du bist. Du bist gewollt und geliebt.

Jesus sagt: »Meinen Shalom gebe ich euch.« Das bedeutet: Sein Friede ist ein Geschenk. Du musst ihn dir nicht verdienen. Du darfst ihn empfangen – im Gebet, in der Stille, im Gespräch, im Vertrauen darauf, dass Gott dich sieht.

Gottes Shalom macht nicht blind für die Probleme der Welt, im Gegenteil: Durch dein Reden, Handeln, Entscheiden trägst du diesen Shalom weiter. Und er macht dich stark, dieser aus den Fugen geratenen Welt mit Hoffnung zu begegnen. Mit Christus beginnt echter Shalom – in dir, zwischen uns und für diese Welt.

Und dann ist ein »Shalom« auf der Straße nicht mehr nur ein Hallo, sondern ein Zuspruch des Friedens Gottes, »der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.« (Phil 4,7) Wäre ja mal einen Versuch wert!

Christoph Baumann


Entdecke mehr von Team Gott

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner