Ich bin (wie viele andere auch) ein Sonnenaufgangsfan. Es ist einfach ein ganz besonderer Moment, wenn die Dunkelheit langsam weicht und der Himmel sich in oftmals spektakuläre Orange- und Rottöne taucht und irgendwann die Sonne über dem Horizont zu sehen ist.

Natürlich lässt sich auch das Phänomen des Sonnenaufgangs erklären und verstehen. Ich lese von der Rayleigh-Streuung und davon, dass die blauen und violetten Anteile des Lichts wegen des Winkels der Sonne zur Erde herausgefiltert werden. Da ist dann die Rede von der Rolle, die Staub und Feuchtigkeit bei dem ganzen Spektakel spielen. Und natürlich hat das Ganze auch mit Psychologie zu tun. Die Dunkelheit weicht. Das Licht kommt. Das tut uns in der Seele gut.

Nun habe ich all diese Fakten auf dem Tisch liegen. Aber so plausibel jede einzelne Erklärung auch sein mag, so wenig kann sie doch das Wunderbare eines Sonnenaufgangs einfangen. Es ist ein bisschen so, als würde man die Zutaten für einen Kuchen auf den Esstisch stellen und seinen Gästen sagen: »Hier, das ist der Kuchen für heute.« Irgendwie stimmt es. All das gehört zum Kuchen dazu. Aber zum Kuchen wird es doch erst dadurch, dass die Dinge zusammengerührt und gebacken werden.

So geht es mir mit dem Wunderbaren in allem Erklärbaren: Dass ich angerührt werde von dem Spektakel, das ich selbst nie so erzeugen könnte, das mir geschenkt ist und das ich genieße, weil es mir so guttut.

Und so kann ich nicht anders, als solche Momente als eine Gabe Gottes wahrzunehmen und zu feiern. Die Sonnenaufgänge und die Sonnenuntergänge und das Leben zwischendrin.

»Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!« (Psalm 113,3, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)

Christoph Barnbrock


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