Erst mit etwas Verspätung bin ich auf dieses Weihnachtslied ganz eigener Art gestoßen, das mich sehr angesprochen hat. (Und noch ist ja Weihnachtszeit – da passt das auch hier noch).

Fasziniert hat mich vor allem der Einstieg. Dass Gott uns Menschen liebt, dass er Vergebung schenkt und sich uns liebevoll zuwendet, das ist uns so selbstverständlich geworden. Über Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende ist das immer weitererzählt worden, sodass es jetzt niemanden mehr so richtig hinterm Ofen hervorholt: Ja, klar – und was ist das besondere daran?

Wahrscheinlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund dessen, wie sich die Mächtigen dieser Welt in diesen Tagen gebärden, erzählt dieses Lied zu Beginn davon, dass es ja auch ganz anders hätte sein können: »Du könntest mit Waffen in deinen Händen kommen, / könntest den Graben zwischen Gott und Mensch noch vertiefen. / Du könntest ein kalter und wütender König sein.« Ja, so hätte es auch sein können.

Angesichts dessen strahlt die Weihnachtsbotschaft als Friedensbotschaft besonders hell: »Aber in deinem Erbarmen, Herr, hast du dich entschieden, Frieden (auf Erden) zu bringen«.

Die zweite Strophe ist dann mit der Bridge als Bitte gestaltet, diesen Frieden in einer Welt des Unfriedens weitertragen zu können: einen »Frieden, der die Völker verbindet«, Versöhnung schenkt und wie ein »Regen auf dürrem Land« ist.

Und die dritte Strophe schließlich stellt dann noch einmal deutlich vor Augen, wie anders dieser Herrscher seine Herrschaft ausübt: auf den Knien, um Füße zu waschen, als einer, der mit Einsatz des ganzen Lebens für uns da ist.

In Zeiten, in denen Unfrieden und Unversöhnlichkeit herrschen, in denen Mächtige ihre Macht eiskalt missbrauchen, und ich entdecke, wie all das auch an mir nicht spurlos vorbeigeht, sondern auch mich prägt, ist die Besinnung auf den ganz anderen Gott, der als »Immanuel« der »Gott mit uns« ist, so tröstlich.

Und gerne will ich mich anschließen an die Bitte: »In Jesu Namen: Lass uns Frieden bringen!« Möge Gottes Frieden so auch durch mich und durch uns hindurch zumindest je und dann Raum und Gestalt gewinnen auf dieser Erde.

»Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.« (Lukas 2,14, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)

Christoph Barnbrock


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