Die allermeisten Menschen kennen das: zu zweifeln. Viele zweifeln an sich selbst, manchmal bezweifeln wir, ob der oder die andere mit seiner Sicht der Dinge richtig liegt. Und wenn die Zweifel zu stark werden, kann uns das Ganze auch in Verzweiflung stürzen. Der Zweifel ist der Gegner des Vertrauens: des Selbstvertrauens, des Vertrauens anderen gegenüber, ja auch des Vertrauens, dass da jemand ist, der es ganz grundsätzlich gut mit uns meint.

Nun ist es mit dem Zweifel aber so eine Sache. Er lässt sich weder einfach durchs Augenzumachen wegzaubern noch gibt es einfache Tricks, wie ich ihn bewältigen kann. Besonders anschaulich wird das, finde ich, in diesem Lied von SOPHIA:

Da kommt der »gottverdammte Zweifel« ungebeten in der Nacht zu Besuch, hat längst schon mit Ängsten und Sorgen eine eingeschworene Clique gebildet und denkt an alles – aber nicht daran, wegzugehen. Und die Frage drängt sich auf: Wie krieg ich den weg: »Wie haut man wen k.o., den man nicht greifen kann? / Wie kommt man gegen Geister in nem Zweikampf an? / Steh ganz allein im Ring, Rücken an der Wand. / Denn er ist unsichtbar.«

Ich kenne solche Erfahrungen von Zweifeln gut – tags wie nachts. Mir hilft in diesen Momenten die Erinnerung daran, dass das Menschen – auch Menschen, die mit Gott unterwegs waren und sind – zu keiner Zeit fremd gewesen ist. Zweifel gehören zu unserem (immer auch gebrochenen) Leben dazu. Und so tut ein solches Lied, das diese Erfahrungen einfängt, schon allein deswegen gut, weil es mich erkennen lässt: Ich bin nicht allein mit solchen Wahrnehmungen und Empfindungen. Aber damit ist der Kampf gegen die Zweifel allein noch nicht gewonnen. Wie gut, dass ich mich an der Botschaft festhalten kann, dass da jemand mit in den Ring gestiegen ist und sich zwischen mich und den Zweifel stellt, uns schützt und uns so neuen Raum zum Leben schenkt: Jesus Christus.

Und zugleich ist es gut, wenn wir für andere Menschen mit und in ihren Zweifeln da sind, wir sie in ihrem Gefühl, allein zu sein, nicht allein lassen, wie es im Judasbrief heißt:

»Ihr aber, meine Lieben, baut euer Leben auf eurem allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist und bewahrt euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Und erbarmt euch derer, die zweifeln«. (Judas 20-22, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).

Christoph Barnbrock


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