Im Bereich der Mode lässt sich immer wieder entdecken, wie sich Geschmäcker und das, was jetzt gerade, dran ist, ändern. Was vor ein oder zwei Jahren noch ein heißer Trend war, ist heute sowas von gestern. Mode entwickelt sich weiter. Es werden immer neue Trends gesetzt. Und auch wenn viele sich nicht die extravaganten Kleider der jeweiligen Frühjahrs- und Herbstmodenschauen leisten, beeinflussen diese Entwicklungen doch auch die Art und Weise, wie wir uns kleiden. Wer schon etwas älter ist wie ich, entdeckt allein beim Durchblättern (oder Durchklicken) von Fotoalben, wie sehr sich das modische »Normal« zumindest von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ändert.
Dabei lassen sich allerdings auch zwei etwas andere Phänomene beobachten. Wer Kleidung vergangener Zeiten lang genug im Kleiderschrank lagert, kann mit einem mal überrascht feststellen, dass gerade das jetzt wieder »in« ist. Und dann gibt es Mode, die von Expertinnen und Experten als »zeitlos« bezeichnet wird. Irgendwie kann man das immer tragen, gerät das nie aus der Mode.
Auch im christlichen Glauben gibt es beides: Das Zeitlose (oder das, was durch die Zeiten hindurch immer wiederentdeckt wird) und das zeitgemäße Reden und Handeln.
Zeitlos sind die Grundlagen des christlichen Glaubens. Von dem, was wir glauben, was in Glaubensbekenntnissen der Kirche festgehalten ist, können wir nicht sagen: »Ach, nee, das hat jetzt gerade nicht Saison.« Vielleicht wird uns manches für eine Zeit fremder, um dann in der nächsten Generation wiederentdeckt zu werden.
Aber dann gibt es eben doch immer wieder in der Bibel den Aufruf, darauf zu achten, was für eine Zeit jetzt gerade ist. Nicht alles passt zu jeder Zeit. An einer Stelle etwa wird Jesus mit dem Vorwurf konfrontiert, seine Jünger würden ja gar nicht fasten, wie es sich für fromme Menschen gehört. Dabei galt das Fasten in der Perspektive der Fragesteller ganz offensichtlich als eine zeitlose Verpflichtung, die immer und jederzeit gilt. Jesus dagegen antwortet:
»Wie können die Hochzeitsgäste Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.« (Matthäus 9,15, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Auch wir Christenmenschen leben im Wechsel der Zeiten und es lohnt, achtsam darauf zu schauen, was jeweils »dran« ist. Es werden Zeiten dabei sein, in denen Feiern und Jubel mit und vor Gott dran ist – und dann auch Zeiten (vielleicht gerade jetzt in der Passionszeit), in denen wir an der einen oder anderen Stelle einen Gang rausnehmen und uns gerade auch im Verzicht neu besinnen.
Gerade weil Gott uns durch die Zeiten hindurch treu bleibt, können wir darauf achten, was in unserer Zeit gerade passend und geboten ist.
Christoph Barnbrock
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