Das erzgebirgische Tal, in dem ich leben darf, ist seit Wochen ein herrliches WinterWonderLand. Der weiße Schnee deckt alles zu: die braune Erde, den graugrünen Rasen, die kahlen Bäume, das gefallene Herbstlaub, die dreckigen Wege. Der Schnee legt sich darüber, glitzert in der Sonne und schafft eine besondere Stille. Wunderbar!
Für mich ist es ein Bild dafür, wie Gott mit uns umgeht.
Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass das Leben immer nur wie »grüne Wiesen im Sonnenschein« ist. Sondern oft es – im übertragenen Sinn – matschig, kahl, dreckig, farblos. Und das machen nicht nur Dinge, die uns passieren. Oft schaffen wir es auch selbst: wenn wir Sachen verbocken, vergeigen, vermasseln, wenn wir etwas anrichten, wenn wir schuldig werden.
Und Gott? Nicht dass es ihm egal wäre, das sicher nicht. Aber die »Liebe deckt alle Übertretungen zu« (steht in Sprüche Salomos 10,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft, und in 1. Petrus 4,8). Gottes Liebe deckt zu, was wir verbocken, vergeigen, vermasseln, anrichten. Wo wir Schuld auf uns laden. Er deckt das zu, das heißt: er vergibt uns.
Warum? Weil er uns so endlos liebt. Wie? Durch Jesus, der am Kreuz die Konsequenzen schon längst getragen hat, damit wir das nicht müssen. Damit unsere Schuld zugedeckt werden kann. Damit wir frei sein können. Was für eine Liebe! Wunderbar!
Wie der Schnee den dreckigen Boden deckt Gottes Liebe unsere Vergehen zu.
Aber was, wenn dann doch mal das Tauwetter kommt? Ist dann nicht alle Schönheit dahin? Kommt dann nicht der ganze Dreck wieder ans Tageslicht? Ja schon, aber das Tauwasser tränkt den Boden und bringt aus den unansehnlichen Schneeresten und dem kargen Boden die ersten gelb leuchtenden Frühlingsblumen hervor. Wunderbar!
Gottes Liebe durchdringt uns und hinterlässt Spuren. Er verändert uns, seine Vergebung macht etwas mit uns: sie hilft uns Fehler zu lassen, um Entschuldigung/Vergebung zu bitten und mit anderen anders umzugehen, zum Beispiel ihre Vergehen auch mit Liebe zuzudecken. Also, wenn wir in diesem Frühjahr die ersten Frühlingsblumen im schmutzigen Schnee entdecken, können wir uns daran erinnern, wie Gott uns mit seiner Liebe zudeckt und wie uns seine Liebe verändert. Wunderbar!
Christoph Baumann
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