Manchmal braucht man etwas zum Festhalten. Auf einer Bergwanderung etwa, wenn der Weg herausfordernd wird und ein Auf- oder Abstieg mit normalen Fähigkeiten kaum möglich wäre ohne die Haltegriffe, die am Weg angebracht sind. Oder bei einer Schifffahrt bei hohem Wellengang. Wie gut ist es, wenn ich mich festhalten kann, um von A nach B zu kommen, und es mich nicht einfach nach Hier oder Dort wirft.
Manchmal brauche ich auch Menschen zum Festhalten – jemanden, der für mich da ist, der mich hält, mir Sicherheit gibt. Eltern, die zu mir stehen – komme, was wolle – , der Partner oder gute Freunde.
In der Begleitung sterbender Menschen stellt sich manchmal die Frage: Woran können sie sich eigentlich in dieser – oft fordernden – Situation festhalten? Ich finde es dabei hilfreich, sogenannte Handschmeichlerkreuze in der Tasche zu haben und sie einem sterbenden Christenmenschen in die Hand legen zu können.
Wenn ich nicht mehr sehen und vielleicht nur noch schlecht hören kann, wenn alles, was mein Leben ausgemacht hat, ein Ende findet, dann bleibt am Ende eben das: Jesus Christus am Kreuz, an dem ich mich festhalten kann. Da mag der Weg noch so mühsam sein, da mag es mich noch so sehr hin- und herwerfen. Das bleibt: Er ist da. An ihm halte ich mich fest. Das ist Glauben. Und ich darf darauf vertrauen: Der, an dem ich mich festklammere, der hält doch längst schon mich.
»Als [Petrus] aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn […]« (Matthäus 14,30f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)
Christoph Barnbrock
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