In diesen Tagen hat es einige Todesfälle in meinem näheren und weiteren Umfeld gegeben. Jede einzelne Nachricht macht mir das Herz schwer. Der Tod ist nichts, was sich irgendwie harmonisch ins Leben einfügt. Sondern er bleibt ein Skandal, etwas, was nicht ins und zum Leben gehört. Sondern jeder einzelne Todesfall ist ein Zeichen dafür, dass wir nicht mehr im Paradies leben, sondern unser Leben zerbrechlich und letztlich auch gebrochen ist – nicht so, wie es von Anfang an gedacht war.
Gleichzeitig wird mir in diesen Momenten mein Glaube besonders wichtig: Angesichts des Todes von der Auferstehung reden können. Hoffen, glauben und gewiss sein dürfen, dass Jesus Christus das Tor zum Leben nach dem Tod aufgestoßen hat.
Nun kann das mit der Auferstehung allerdings auch ziemlich abstrakt sein. Umso mehr liegt mir dieses Lied von Sobi, einer Songwriterin, deren Musik ich sehr mag, am Herzen:
Aufgenommen in diesem Lied ist eine der schönsten Auferstehungsgeschichten des Neuen Testaments, nämlich die der Auferweckung der Tochter des Jaïrus (Markus 5,21–43). Das zwölfjährige Mädchen ist gestorben – und alle Angehörigen sind schon längst im Trauermodus. Jesus aber bricht die Macht des Todes und weckt sie auf: »Talita kum! – das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!« (Markus 5,41, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). Und sie steht wieder auf und lebt.
Sobi malt diese Szene nun lebendig aus: »Talita, steh auf! / Ich habe Pläne – nur für dich. / Kämm deine Haare und putz deine Zähne.« (»Talitha, wake up / I got plans only you can get done / Comb your hair and brush your teeth«). Und ein bisschen muss ich schmunzeln, dass für die Tochter des Jaïrus nun auch das Zähneputzen aufs Neue zum wiedergewonnenen Leben dazugehört.
Zähneputzen ist im ewigen Leben wahrscheinlich nicht mehr dran. Aber es wird dieselbe Stimme sein, die auch wir hören werden – Jesu Stimme, wenn die Toten auferweckt werden: »Steh auf! Deine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich habe noch Pläne – auch für dich!« Und schmunzeln, ja mehr noch: fröhlich lachen werden wir dann auch.
Christoph Barnbrock
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