Heute gibt’s wieder eines meiner absoluten Lieblingslieder:
Neben der Musik und der Stimme packt mich bei diesem Lied vor allem auch der Text. Bei allem geht es nur um Hände. Und an diesem einen Körperteil wird dann fast die ganze Menschheitsgeschichte entfaltet. Da sind die Hände, die helfen und heilen, in der ersten Strophe, aber auch die Hände, die verletzten und Unrecht tun, in der zweiten Strophe.
Und irgendwie wird so die Doppelseitigkeit unseres menschlichen Lebens deutlich: Wir sind fähig, so viel Gutes zu tun (und tun es auch – Gott sei Dank!). Und dann tun wir mit denselben Händen wieder etwas, was anderen wehtut und sie verletzt. Und die Liste dessen, was Hände oder Köpfe tun können, ließe sich ja auf beiden Seiten noch beliebig verlängern.
Mich bewegen schon im Alten Testament die Sprachbilder, in denen ganz menschenähnlich von Gott gesprochen wird, und dann natürlich auch, dass Gott in Jesus Christus Mensch wird. Auch da ist dann jeweils von Händen die Rede – von Gottes Händen eben. Immer wieder steht die Hand dann dafür, dass Gott die Dinge »in der Hand« hat und sie ihm nicht außer Kontrolle geraten. Bei Jesus ist von seinen Händen zum Beispiel dann die Rede, wenn er heilt und segnet. Und am Ende werden seine Hände auch zum Gegenstand seines Leidens und Sterbens, damit wir in unserem Leben und Sterben einen Platz in Gottes liebevollen und bergenden Händen haben. So hat die Rede von den Händen Gottes dann etwas unglaublich Tröstliches, wenn etwa davon die Rede ist, dass wirklich alles bei ihm, Gott, in guten Händen ist:
»Denn in seiner [=Gottes, CB] Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.« (Psalm 95,4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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