Nina Hagen gehörte zu den schillernden Figuren meiner Kindheit. Verschiedentlich war sie bei »Wetten dass…?« zu Gast (das damals irgendwie noch fast jeder gesehen hat). Und da präsentierte sie sich als eine schrille Person, die sich von allem, was bürgerlich war, abgesetzt hat. Eine Nina Hagen hätte ich mir bei uns zu Hause am Küchentisch nur schwer vorstellen können – und bei uns in der Kirche schon einmal gar nicht.
Umso erstaunlicher war es für mich, in den letzten Jahren mitzubekommen, dass sich Nina Hagen als Christin versteht und dies auch in ihrer Musik zum Ausdruck bringt. Gerade kürzlich hat sie einen neuen Song rausgebracht: »Somebody prayed for me«:
Für mich ist dieses Lied eine heilsame Überraschung. Zum einen erinnert es mich daran, dass Gott sich seine Leute (Gott sei Dank!) nicht nur im bürgerlichen Milieu sucht, sondern die Menschen, die Gott zu sich ruft, manchmal auch ganz schön schräge Vögel sein können (so, wie ich ja auch irgendwie ein »eigener Typ« bin). Und zum anderen halte ich diesen Gospelsong, den Nina Hagen hier neu interpretiert, für eine in weiten Teilen berührende Würdigung der gegenseitigen Fürbitte. Ja, wie wertvoll ist das zu wissen, dass andere mich im Gebet begleiten und tragen. Und was für eine sinnvolle Beschäftigung, auch anderen einen Platz in meinen Gebeten zu geben.
»So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen“ (1. Timotheus 2,1, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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