Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gehört »Trotzdem« zu meinen Lieblingswörtern – ähnliches gilt auch für die Wörter »dennoch« oder »doch«.
In diesen Wörtern steckt Energie und Leidenschaft: Ja, es mag ordentlich geschneit haben – und der Weg zum Spieleabend mit unseren Freunden mag beschwerlich sein. Und trotzdem fahren wir los. Da mögen mir viele einreden, dass es sich nicht mehr lohnt, sich für dieses oder jenes zu engagieren. Und dennoch lasse ich mich davon abbringen. Auch wenn es aussichtslos scheint, ich bin doch mit dabei und will zumindest meinen Teil getan haben. Sich nicht kleinkriegen lassen, weitermachen, festhalten. All das steckt da drin.
Auch für meinen Glauben sind mir das »Trotzdem« und das »Dennoch« wichtig. Denn diese Wörter erinnern mich daran, dass ich nicht deswegen glaube, weil das mit dem Glauben so superplausibel wäre, sondern: Trotzdem. Und natürlich gibt es die Situationen, wo Gott so weit weg zu sein scheint und sich Gottes Nähe eben gerade nicht so leicht greifen lässt. Und dennoch will ich nicht von ihm lassen.
Der ganze Psalm 73 ist so ein »Trotzdem«-Psalm. Der Verfasser, Asaf, erlebt manches, was er mit seinem Glauben nicht zusammenkriegt. Und es bereitet ihm im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen. So kann es doch beim besten Willen nicht weitergehen. Doch bei allem Hadern und allem Unverständnis kommt auch er schließlich mit Gottes Hilfe zu einem »Dennoch«:
»Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand« (Psalm 73,23, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)
Christoph Barnbrock
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