»Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag danach, was du für dein Land tun kannst.« So forderte der US-Präsident John F. Kennedy seine Landsleute gegen Ende seiner Einführungsansprache auf. Es ist eines der berühmtesten Zitate der neueren Geschichte.
Damit machte er auf rhetorisch sehr geschickte Art und Weise deutlich, was für jeden Staat, ja letztlich für jede gesellschaftliche Einheit gilt: Das Miteinander funktioniert nicht, wenn jeder die Hände in den Schoß legt und darauf wartet, dass die anderen die (Drecks-)Arbeit machen. Sondern damit das, was mir in Staat, Gesellschaft oder auch Kirche wichtig ist, weiterhin Bestand hat, muss ich mich engagieren. Nur so klappt das Ganze.
Nun wäre es naheliegend das Ganze auch auf unseren Glauben zu übertragen und uns entsprechend selbst zu motivieren: »Frag nicht, was Gott für dich tun kann, frag danach, was du für Gott tun kannst.« Das wird aber schief. Denn Gott gegenüber kommt es tatsächlich nicht darauf an, was wir für ihn tun können – es bliebe ja doch immer unvollkommen. Sondern es geht darum, was er, was Jesus Christus, für uns getan hat, längst bevor wir auch nur das kleinste Trippelschrittchen auf ihn zu hätten machen können.
Dass daraus keine Faulheit und Untätigkeit erwachsen kann und soll, versteht sich von selbst. Gerade weil wir uns nicht ständig verkrampft bemühen müssen, unser Gottesverhältnis in Ordnung zu bekommen, haben wir die Hände und Herzen frei, um für andere Menschen dazusein, Gesellschaft und Kirche mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen.
Am Ende käme wohl für den Bereich des christlichen Glaubens folgendes heraus: »Frag nicht, was du für Gott tun kannst, frag danach, was Gott für dich getan hat.« Und als zweites: »Frag nicht nur, was du für dich tun kannst, frag danach, was du für deinen Mitmenschen tun kannst.«
»Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.« (Römer 5,8, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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