Fokus: Jesus Christus

Zu den Grundlagen des Fotografierens gehört – ob mit einer Spiegelreflexkamera oder mit einer etwas professionellen Handyapp – das Spiel mit der Blende. Ist die Blende weit geöffnet, fällt viel Licht hinein und nur eine kurze Auslösezeit ist nötig. Und gleichzeitig führt dies dazu, dass vor allem eine bestimmte Ebene scharfgestellt wird – wie hier im Beitragsbild das Gänseblümchen im Vordergrund. Alles andere ist eher unscharf zu sehen. Bei einer kleineren Öffnung der Blende wird mehr scharfgestellt. Weniger Licht fällt pro Zeiteinheit durch das Objektiv. Entsprechend länger muss das Bild belichtet werden.

Üblicherweise werden weite Blenden für die Portraitfotografie genutzt. Das Gesicht soll klar erkennbar sein. Das andere wird nicht unwichtig, kann aber gerne etwas zurücktreten.

Wenn ich die Bibel lese, gibt es ebenfalls verschiedene Herangehensweisen. Entweder ich verstehe sie als Portrait, das eine Person in besonderer Weise fokussiert und das das andere dem zuordnet. Oder ich verstehe sie als Landschaftsaufnahme, in der unglaublich viele Details zu sehen sind, die aber irgendwie auch gleichfokussiert nebeneinanderstehen.

Mir ist dabei wichtig geworden, die Bibel im Wesentlichen in der ersten Weise, also von Jesus Christus als ihrer Mitte her zu lesen. Er wird in der Heiligen Schrift portraitiert. Sie dient dazu, dass ich ihn klar und scharf in den Blick bekomme. Alles andere ist ihm zugeordnet. Manch anderes kriege ich beim Lesen dann vielleicht auch nicht scharfgestellt. Wieder anderes bleibt vielleicht auch dunkler. Aber wichtig ist, dass mir durch die Lektüre der Bibel immer wieder neu Jesus Christus klarer, heller und deutlicher vor Augen steht.

Und egal ob mir Stellen fremd oder vertraut sind, lohnt es sich immer wieder, von Jesus Christus her auf sie zu schauen. Zeigt sich hier vielleicht etwas von unserem menschlichen Leben, das er geteilt hat? Verstehe ich von einer Bibelstelle her, warum das überhaupt nötig war, dass Jesus Christus uns erlösen musste? Blitzt hier etwas von Gottes Liebe auf, die in Jesus Christus so klar und deutlich erkennbar ist wie nirgendwo sonst? Entdecke ich hier etwas davon, wie ein liebevolles Leben in seiner Nachfolge aussehen kann?

Ich bin überzeugt: Wenn das Lesen in der Bibel, egal in welchem Teil der Bibel, dazu dient, Jesus Christus zu fokussieren, ihn neu ins Zentrum zu rücken und sein Bild scharfzustellen, dann ist das Unternehmen »Bibellektüre« geglückt.

Christoph Barnbrock


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