Wenn ich bei uns im Supermarkt unterwegs bin, überfällt mich ab und an ein großes Gefühl von Dankbarkeit. Meist mache ich da so meine Runde: Los geht’s bei Obst und Gemüse, dann schaue ich bei den Grundnahrungsmitteln und den Konserven vorbei, zwischendurch ein kleiner Blick auf die Non-Food-Artikel, die reizvoll, aber meist ziemlich überflüssig sind. Dann der Weg an den Kühlregalen vorbei. Schließlich kurz bei der Milch Halt machen. (Die brauchen wir fast jedes Mal).
Und bevor es dann zur Kasse geht, führt mich mein Weg noch in den Gang zu den Hygieneartikeln. Manchmal fehlt noch ein Deo oder eine Packung Zahnpasta. Und ganz hinten häuft sich das Toilettenpapier. Und da erwischt mich dann manchmal die Dankbarkeit. Weil ich mich noch sehr genau daran erinnere, dass vor gar nicht so langer Zeit das fehlende oder rationierte Toilettenpapier zur Zeit von Corona Inbegriff unterbrochener Lieferketten und weltweiter Verunsicherung war.
Mitten im Supermarkt überkommt mich also die Dankbarkeit dafür, dass vieles von dem, was wir damals so notvoll erlebt haben, nun hinter uns liegt. Ja, ich weiß auch um die Menschen, für die die Erkrankungen und Belastungen aus dieser Zeit bis heute spürbare Folgen mit sich gebracht haben. Wie schwer ist das! Und manch einer hat seinen festen Platz in unseren Gebeten gefunden.
Und trotzdem erfasst mich die Dankbarkeit dafür, dass vieles doch wieder normaler geworden ist: dass es Toilettenpapier in Hülle und Fülle gibt, dass wir uns wieder treffen können, wann wir wollen, dass es in Krankenhäusern und Altenheimen keine besonderen Besuchsvorgaben mehr gibt und wir auch Gottesdienste feiern können, wie wir möchten.
Damals in der Corona-Zeit habe ich mir geschworen, dankbar zu sein, wenn alles wieder »normal« ist. Ich gebe zu: Meistens ist mir das »Normal« kaum einen Gedanken wert und mir steht eher das vor Augen, was heute nicht so ist, wie ich es mir wünschen würde. Aber manchmal ist die Dankbarkeit eben doch da – zum Beispiel im Supermarkt vor dem Toilettenpapier. Und ich erkenne aufs Neue: Das, was ich habe, ist nicht selbstverständlich, sondern Geschenk – Geschenk von Gott. Gott sei Dank!
»Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.« (Psalm 118,28, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)
Christoph Barnbrock
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